fna / 17.03.2021

Neue Veröffentlichung: Die USA am Wendepunkt - Geographische Perspektiven

Der aktuellen Situation in den USA widmet sich ein Sammelband, der von WBZ-Geschäftsführer Dr. Florian Pfeil gemeinsam mit dem Geographen Prof. Dr. Volker Wilhelmi und ZDF-Journalist Elmar Theveßen herausgegeben wird. Der Band richtet sich besonders an Lehrer:innen der Klassenstufen 10-13 und enthält neben fachlichen Aufsätzen auch 11 konkrete Unterrichtsentwürfe.

MKS-19
Sammelband zu den "USA am Wendepunkt"

Geographien der Gewalt: Die USA am Wendepunkt - Geographische Perspektiven

Ein neuer Sammelband des Geographischen Instituts der Universität Mainz widmet sich der aktuellen Situation in den USA: der Präsident­schaft von Donald Trump und ihren Folgen für die Zeit der Administration von Joe Biden, die noch von den Entwicklungen unter Trump geprägt sein wird. Sechs fachliche Beiträge widmen sich verschie­denen Aspekten dieser Entwicklungen, darunter der chaotischen Situation am 6. Januar 2021, als Trump-Anhänger gewaltsam in das Kapitol eindringen, aber auch der Situation der Indianer oder dem Einfluss der Kirchen. WBZ-Geschäftsführer Dr. Florian Pfeil trug einen Aufsatz zur Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter" bei.

Der Band richtet sich insbesondere auch an Lehrer:innen und enthält 11 konkrete Unterrichtsbausteine, die unmittelbar im Schulunterricht der Klassenstufen 10-13 umsetzbar sind. Herausgegeben wird der Band von Pfeil gemeinsam mit Geographie-Professor Volker Wilhelmi und ZDF-Journalist Elmar Theveßen.

Der Band kann zum Preis von 20,-€ per E-Mail bestellt werden bei: bellinda.ziegler@uni-manz.de.

Inhaltsangabe

6. Januar 2021: Chaos und Gewalt in Washington D.C. Trump-Anhänger dringen in das Kapitol ein, während dort die Kongresssitzung zur Bestätigung von Bidens Wahlsieg läuft. Rechtsextreme und Verschwörungs­gläubige sind beim Sturm auf das Repräsentantenhaus dabei. Vier Menschen sterben. Präsident Trump hat zuvor zehntausende Anhänger zu Protesten und Demonstrationen aufgefordert. Ihm wird die Verantwortung für diesen Angriff auf die Demokratie gegeben.

Spätestens mit der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten 2017 gibt es in unserer Wahrnehmung eine dramatische Veränderung in den Kommunikationsstrukturen politischer Entscheidungs­träger. Soziale Netzwerke dienen als Plattform - systematisch werden Unwahrheiten und Desinformationen selbst in höchsten Ebenen gestreut, die in ihrer Quantität kaum noch widerlegt werden können. Fake News sind zur Gefahr unserer aktuellen Informationsverbreitung geworden. Die Geographien der Gewalt sind damit nicht nur physischer, sondern längst auch in erweiterter Form psychischer Nator.

Im August 2019 wird eine neue Dimension der Gewalt in den USA deutlich: 30 Menschen werden bei zwei Anschlägen getötet. Dabei sticht besonders der Anschlag in El Paso hervor, bei dem der Täter zuvor ein rassistisches Pamphlet veröffentlichte. In der Diskussion wird schnell der Bezug zu populistischen Äußerungen des damaligen amerikanischen Präsidenten hergestellt. Die Spirale der Gewalt reicht vom Terrorismus über Fake News bis hin zum Populismus, um gezielt eine Destabilisierung beziehungsweise Verunsicherung der Bevölkerung zu erreichen.

Im Juni 2020 stirbt George Floyd durch einen brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Demonstrationen in den USA, die eine weltweite Unterstützung und Dynamik erhalten, sind die Folge. Rassismus, soziale Ungerechtig­keiten und Unterdrückung - vor allem der schwarzen Bevölkerung - bekommen schlagartig ein großes Gewicht für die politische Auseinandersetzung in den USA. Der Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2020 forciert die Spaltung des Landes und liefert beängstigende Bilder von Einschüchterung, Diskriminierung und Waffengewalt.

Auch wenn die Demokraten mit Joe Biden und Kamala Harris - der ersten schwarzen Vizepräsidentin - die Wahl gewinnen und damit ein anderer Politikstil zurückkehrt: Die Probleme bleiben bestehen. Die amerikanische Gesellschaft ist tief gespalten. Auf dem neuen Präsidenten lasten sehr hohe Erwartungen sowohl im In- als auch im Ausland.

Welche Ursachen können aufgeführt werden, vor allem aber auch: Welche Folgen hat das für die amerikanische Gesellschaft? Wie können diese aktuellen Entwicklungen unterrichtswirksam werden? Was müssen Schülerinnen und Schüler diesbezüglich wissen und können? Wie wird kommuniziert? Wir kann der kritische Umgang mit vereinfachten, populistisch geformten Informationen geschult werden? Wie verändert sich unsere Sprache und wie verändert sich unser Verhalten? Was muss auf unser Land übertragen werden?

Die Geographie fokussiert die politische Bildung in gesellschaftlicher und räumlicher Dimension. Während sechs Basisbeiträge die USA aus unterschiedlichenm Perspektiven beleuchten, bieten lehrplanrelevante und binnen­differenziert aufgebaute Unterrichtsbausteine für die Klassenstufen 10 bis 13 einen konkret einsetzbaren und didaktisierten Materialpool.

Die Herausgeber

  • Prof. Dr. Volker Wilhelmi, Geographisches Institut, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios Washington
  • Dr. Florian Pfeil, Geschäftsführer des WBZ Ingelheim und Leiter der Fridtjof-Nansen-Akademie

Nehmen Sie Kontakt auf

Dr. Florian Pfeil
Dr. Florian Pfeil

Dr. Florian Pfeil

Geschäftsführer des WBZ und Leiter der Fridtjof-Nansen-Akademie

Tel: (06132) 79003-20
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