Faire Interkulturelle Woche: Café Fair

23.09.20

Ein Hauch von Costa Rica im WBZ 

Kaffee-Leidenschaft gepaart mit Fairem Handel, das ist purer Genuss mit gutem Gewissen. Dass bei-des sehr gut möglich ist, zeigte sich im „Café Fair“, einem Seminar der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung im WBZ, im Rahmen der Fairen Interkulturellen Woche.


Die Vorfreude auf die im Anschluss geplante Kaffeeverköstigung stieg unter den Anwesenden im Großen Saal des WBZ, als Maja Elvers den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Arbeit aus der eige-nen Kaffeerösterei vorstellte. Maja Elvers kommt aus Ingelheim und auch ein wenig aus Costa Rica. In den grünen Hügeln des kleinen mittelamerikanischen Landes keimte ihre Leidenschaft für Kaffee. Nach 10 Jahren Aufenthalt in Costa Rica ist sie zur Kaffee-Spezialistin gereift und hat 2019 in ihrer Geburtsstadt Ingelheim, zusammen mit ihrem Vater Michael, die Kaffeerösterei MajaKaffee eröffnet.


In ihrem Vortrag schöpfte sie aus einem großen Erfahrungsschatz. Sie weiß ganz genau, wo ihre Kaffeebohnen herkommen. Sie kennt die Landschaft, das Wetter, die Produktion und die Qualitäten genauso gut wie die Bauern und Genossenschaften. Deshalb hat die Unternehmerin von Anfang an darauf geachtet, dass die Kleinbauern in den selbstverwalteten Kooperativen faire Preise erhalten.


In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Herr Erik Dolch vom Entwicklungspolitischen Landes-netzwerk des Landes Rheinland-Pfalz (ELAN e.V.), wurde deutlich, dass Kaffee zu den wichtigsten Exportartikeln des Globalen Südens zählt. Im Vergleich zum Konventionellen Handel setzt der Faire Handel vor allem auf eine regelmäßige Kontrolle der Arbeitsbedingungen vor Ort. Die Kleinbauern schließen sich dabei zu Kooperativen zusammen, die durch den Fairen Handel vor allem höhere Lohnstandards und bessere Arbeitsbedingungen erreichen. Aber auch im sozialen und gesellschaftli-chen Bereich erfahren die Menschen des Globalen Südens eine starke Unterstützung. So werden von den ausgezahlten Prämien des Fairen Handels beispielsweise Schulen gebaut oder Brunnenprojekte vor Ort finanziert.


Erik Dolch ist der Auffassung, dass der Endverbraucher im Laden eine hohe Verantwortung und Ent-scheidungskraft trägt und mit seinem Einkaufsverhalten die zukünftige Entwicklung des Fairen Han-dels maßgeblich beeinflusst. Dabei kommt es vor allem darauf an, den „Siegel-Wirr-Warr“ für den Konsumenten transparenter zu gestalten und die politischen Rahmenbedingungen zu setzen, um den Produzenten des Globalen Südens nachhaltig ein besseres Leben und eine faire Partizipation am Welthandel zu ermöglichen.


Zum Abschluss des „Café Fair“ führte Maja Elvers mit den Teilnehmenden eine Kaffeeverkostung auf dem sonnigen Fridtjof-Nansen-Platz durch. Dabei kam es zu einem regen Austausch über den Anbau und die unterschiedlichen Kaffeesorten. Denn neben Costa Rica bietet MajaKaffee auch Bohnen aus anderen Ländern an: Guatemala, Nicaragua, Mexiko, Brasilien, Kolumbien und auch aus dem afrika-nischen Uganda. Alle Rohkaffees werden in Ingelheim geröstet, abgepackt und verkauft.

 

von Karola Arnold