Mitmischen - aber richtig!

02.10.13

Was wollen wir in Ingelheim verändern?

Kommunalpolitik – kein Thema für Jugendliche? Das Projekt „Demokratieführerschein“ der Fridtjof-Nansen-Akademie im WBZ und der Kaiserpfalz-Realschule plus, das Mitte September in Ingelheim gestartet ist, beweist das Gegenteil. Im Rahmen von sechs Modulen erschließen sich die teilnehmenden Jugendlichen aus den Klassenstufen 9 und 10 nach und nach kommunalpolitisches Wissen. Vor allem mischen sie sich aber anhand eines selbstgewählten und thematisch auf ihre Interessen abgestimmten Projektes auch ganz aktiv ins städtische Geschehen ein.

„Die Bandbreite der kommunalpolitischen Themen, die für Jugendliche von Belang sein können, ist sehr groß“, weiß Lena Oschewsky, Bildungsreferentin im WBZ und Leiterin des Projekts in der Fridtjof-Nansen-Akademie. „Mit dem Demokratieführerschein wollen wir Politik für junge Menschen erfahrbar machen und ihnen am konkreten Beispiel Handlungsspielräume aufzeigen, um ihre Vorstellungen und Wünsche in die politische Debatte einzubringen.“

Dass man bei solch einem praxisgestützten Projekt viel mehr lernen kann als nur graue Theorie, weiß und schätzt auch Realschulrektorin Sabine Reich: „Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erwerben sich neben Faktenwissen über politische Zusammenhänge auch wertvolle Kompetenzen in den Bereichen Projektmanagement, Rhetorik und in der Mitgestaltung ihres unmittelbaren Lebensraumes. Insofern stellt der Demokratieführerschein eine ideale Ergänzung unseres schulischen Angebots dar.“ 

Mit der Unterstützung von zwei erfahrenen Teamerinnen arbeiten die Jugendlichen im Moment an der Findung und inhaltlichen Zuspitzung der konkreten Projektidee, für die sie sich in Ingelheim einsetzen wollen. Erst dann wird es ganz praktisch daran gehen, zu überlegen: An wen können wir uns mit unserem Anliegen wenden? Wer entscheidet eigentlich was? Wen müssen wir von unserer Idee überzeugen und wie genau kann das gehen?

Am Ende des Kurses kann nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat erworben werden, das die Teilnehmenden zum Beispiel ihren Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz beilegen können. Aufgrund der finanziellen Förderung des Projekts aus Landesmitteln des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft Weiterbildung und Kultur kann die Teilnahme für Jugendliche kostenlos angeboten werden. Landesweit unterstützt wird das Projekt vom Verband der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz e.V. und der Landeszentrale für politische Bildung.