Begleitende Fortbildungsangebote

Im Rahmen der „Demokratie-Macher“ ist es besonders wichtig, dass auch den Lehrkräften, sowie den Vereins- und Verbandsverantwortlichen begleitende Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Demokratiepädagogik angeboten werden.

Martin Konrath

Im Rahmen des von der Fridtjof-Nansen-Akademie angebotenen „Ingelheimer Forum päda­gogische Praxis“ sollen demokratie­pädagogischen Weiter­bildungen für Lehrkräfte und Vereins- und Jugend­verbands­mitarbei­ter:innen im Format von Work­shops und Trainings stattfinden.

Die Umsetzung erfolgt unter der Woche, vorzugs­weise am Vormittag. Die Veranstaltungen werden als offizielle Lehrkräfte­fortbildungen durch das Pädagogische Landes­institut anerkannt. Hierzu werden spezifische Themen­bereiche definiert. Jeder Workshop ist somit einem speziellen Thema mit Bezug auf die Demokratie­bildung in Schule und Jugend­verband gewidmet. Die inhaltliche Durch­­führung der Workshops wird durch externe Expert:innen und Referent:innen unterstützt. Um eine individuelle Nach­bearbeitung der Themen und Inhalte nachhaltig zu fördern, werden weiterführende Arbeits­materialien zur Verfügung gestellt.

 

Digitalisierung und Medienkompetenz

Gerade Kinder und Jugendliche bewegen sich heut­zutage verstärkt in einer digitalen Welt, in so genannten sozialen Netz­werken. Älteren Generationen wie die der Eltern- und Groß­eltern sind diese Netz­werke, Apps und Web­seiten oft nicht direkt verständlich oder ohne weitere Ein­führungen zugänglich. Die Kinder und Jugend­lichen halten sich täglich meist für mehrere Stunden in dieser virtuellen Welt auf, die weitaus mehr Parallelen zur realen Gesell­schaft aufweist, als auf den ersten Anschein sichtbar wird. Denn auch in den sozialen Netz­werken sind Kinder und Jugendliche Phänomen wie Mobbing, Dis­kriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt.

In Zeiten eines zunehmenden Populismus innerhalb der demo­kratischen Gesell­schaft kommt den Themen­feldern Cyber-Mobbing, Hate-Speech und Fake News eine besonders negative Auf­merksamkeit und Bedeutung zu teil. Hass­kommentare bestimmen häufig die Kommentar­spalten von Facebook, Instagram und Co. Dort werden anonym Verschwörungs­theorien und Fake News verbreitet und aktiv so genanntes Cyber-Mobbing betrieben, nicht zuletzt auf Kosten der Schwächsten; Kindern und Jugend­lichen. Dieser Work­shop liefert Informationen zu diesen medial-gesellschaftlichen Phänomenen und erklärt welche Aus­wirkungen diese auf das alltägliche reale Leben innerhalb der Gesell­schaft haben kann. Dabei sollen anhand praktischer Methoden und Übungen sowohl Kom­petenzen an die Ziel­gruppe der Lehr­kräfte und Verantwortlichen weitergegeben werden, die dann wiederum der Aufklärung der Kinder und Jugend­lichen dient. Des Weiteren lernen die Teil­nehmenden mehr über einzelne soziale Medien, Apps und Programme, als auch über deren Anwendung, Nutzen, Stärken und Risiken.

Zielgruppe: Lehrkräfte und Vereins-und Verbands­mitarbeiter:innen aus der Jugend­arbeit

Ressourcen erkennen, schöpfen, nutzen. Inklusion als Heraus­forderung & Chance

Das Thema Inklusion wird auch in vielen Schulen immer noch diskutiert, vor allem wenn es um den zusätzlichen zeitlichen Aufwand und die zusätzlichen Ressourcen geht. Zudem wird vielen be­einträchtigten Kindern und Jugendlichen in der heutigen Zeit häufig immer noch der Zugang zur Bildung erschwert. Die öffentliche Debatte zeigt, dass das Thema einen immer größeren Stellen­wert bekommt, aber auch, wie wichtig Auf­klärung und Erklärung des Begriffs und der Idee ist. Ziel des Work­shops ist es, zum einen die Begriff­lichkeit der Inklusion zu klären und zum anderen die Teil­nehmenden zu ermutigen sich selbst als wichtigen, wertvollen Teil des Gesamt­prozesses der gesell­schaftlichen Ent­wicklung zu verstehen.

Anhand von praktischen Übungen findet ein Perspektiv­wechsel statt, der die Teil­nehmenden dazu befähigt sich in Menschen mit Be­einträchtigungen besser hinein­versetzen zu können. Die gewählten Methoden sind innovativ und vielfältig. Die Teil­nehmenden bekommen die Möglich­keit sich selbst einem Stress­test zu unterziehen. Zusätzlich werden Menschen mit Be­einträchtigung als Referent:innen in eigener Sache einbezogen. Der Workshop trägt dazu bei, dass die Teil­nehmenden Input und Handlungs­empfehlungen bekommen, die sie sowohl an Schüler:innen, als auch die Kinder und Jugend­lichen im Verband oder Verein weitergeben und auch in ihrer eigenen Alltags­welt anwenden können, um das Thema Inklusion als gesamt­gesellschaftliche Aufgabe mehr in den Fokus zu rücken.

Zielgruppe: Lehrkräfte und Vereins- und Verbands­mitarbeiter:innen aus der Jugend­arbeit

Rechtsextremismus im Klassen­zimmer, Verband und Verein

Die rechtsextremistischen Anschläge von Hanau oder Halle sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wohin Rechts­extremismus und Rechts­populismus im schlimmsten Falle führt. Zudem sitzt mit der AfD eine demokratisch gewählte Partei im Bundestag und in allen Landes­parlamenten, zum Teil mit zwei­stelligen Prozent­werten, die vom Verfassungs­schutz und von der Politik­wissenschaft als völkisch-nationalistisch und mindestens in Teilen als rechtsextrem gesehen wird. Die Art und Weise wie Politiker:innen dieser Partei argumentieren, die Verrohung der Sprache vorantreiben und aktiv Politik betreiben, befeuert zunehmend die Spaltung der demo­kratischen Gesell­schaft und stellt grund­legende Werte des demo­kratischen Zusammen­lebens zur Diskussion. Seitens des Rechts­extremismus geht eine ernsthafte und enorme Gefahr aus, nicht nur für die Demo­kratie an sich. Tagtäglich werden Menschen bedroht, verletzt oder aufgrund rechtsextremistischer und rassistischer Motive ermordet. Die gesamt­gesellschaftlichen Auswirkungen von Rassismus und Rechts­extremismus werden immer häufiger im Alltag sichtbar.

Diese Aus­wirkungen und Ent­wicklungen machen demnach auch nicht vor dem Schul­alltag und dem gesell­schaftlichen Leben in Vereinen und Verbänden halt. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie können Lehr­kräfte und Verantwortliche mit diesem Phänomen umgehen? Welche Handlungs­optionen gibt es, um aufkommende demokratie­feindliche Positionen und Tendenzen innerhalb der Klasse oder des Vereins zu erkennen und darauf angemessen reagieren zu können? Anhand von Praxis­beispielen und aktiven Übungen werden Lehr­kräfte und Vereins­verantwortliche empower, geschult und sensibilisiert, um diese Präventions­arbeit aktiv zu erlernen und umzusetzen.

Zielgruppe: Lehrkräfte und Vereins- und Verbandsmitarbeiter:innen aus der Jugendarbeit                                      

Argumentationstraining „Wort LOS gegen Rechte Parolen“

Mit dem Argumentations­training „Wort LOS gegen rechte Parolen“ werden zum einen Informationen zum Ent­stehen solcher rechten Parolen geliefert, zum anderen wird der Mechanismus und die Wirkung auf die Gesell­schaft verdeutlicht und erläutert. Denn vor allem seit dem Ausbruch des Krieges in Syrien nimmt die Zahl der geflüchteten Menschen weltweit zu. Was ist dran an der gängigen Behauptung, dass Geflüchtete in Deutsch­land mehr Privilegien genießen als beispielsweise Hartz IV-Empfänger?

Aufbauend auf der theoretischen Auseinander­setzung mit rechten Stammtisch­parolen, die sich heute in großen Teilen gegen Geflüchtete richten, widmet sich der zweite Teil des Work­shops rhetorisch-argumentativen Aspekten. Das Argumentations­training besteht aus verschiedenen Bausteinen, je nach Wunsch unterschiedlich kombiniert werden können:

  • Theoretisches Grund­wissen, kombiniert mit praktischen Übungen (Wie entstehen Parolen? Was sind rechte Parolen? Was macht sie aus? Mit welchen Parolen werde ich in meinem Alltag konfrontiert? Welche Handlungs­möglichkeiten habe ich, um gegen Parolen aktiv zu werden?)
  • Inhaltliche Auseinander­setzung mit Parolen auf sachlicher Ebene (Überprüfung des Wahrheitsgehalts gängiger Parolen)
  • Simulation von Alltags­situationen, in denen man mit Parolen konfrontiert wird und Erprobung verschiedener Strategien

Zielgruppe: Lehrkräfte und Vereins- und Verbands­mitarbeiter:innen aus der Jugendarbeit              

Weitere Informationen

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Nehmen Sie Kontakt auf

Martin Konrath, M.A.
Martin Konrath, M.A.

Martin Konrath, M.A.

Referent für politische Bildung und Demokratiepädagogik

Tel: (06132) 79003-34
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