Erwachsene

26.09. - 09.10.2022
Punk in der DDR - Ausstellung: "Aus grau wird bunt"

von Geralf Pochop im Foyer des WBZ Ingelheim

Bildrecht: Geralf Pochop

Durch die Ausstellung „AUS GRAU WIRD BUNT“ des Autoren und Zeitzeugen-Bildungsreferenten Geralf Pochop werden die Themen DDR-Diktatur, Friedliche Revolution, Aktionen gegen die Mauer, Mauerfall, Wiedervereinigung und Baseballschlägerjahre diskutiert. Als Verfolgter der Stasi, politischer Gefangener und Fluchthelfer berichtete er darin über die Repressionen gegen widerstandsfähige Jugendliche in der DDR-Diktatur und deren Rebellion dagegen. Aber auch die Wirren der Nachwendezeit und die ausufernde rechte Gewalt der Wendejahre werden anschaulich dargestellt. Die Ausstellung besteht aus sieben großen Roll-Ups, auf denen Fotos, Stasiaktenauszüge und Texte von Geralf Pochop sowie seiner Wegbegleiter:innen zu sehen sind. Seine Fotos, die er im Mai 2020 dem Archiv der DDR-Opposition zur Verfügung gestellt hat, gewähren einen sehr persönlichen und authentischen Einblick in die Punk-Kultur der 1980er Jahre.

In seinem Buch „Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression“ hat er diese Erlebnisse festgehalten. Es ist 2018 im Hirnkost Verlag erschien und ein Jahr später in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung noch einmal veröffentlicht worden.

Die Ausstellung im Foyer des WBZ Ingelheim wird mit einer „Multimediale Lesung" am 26.09.2022, um 18:30 Uhr eröffnet. Mit einer Performance aus Erzählung, Lesung, Bildspots, Leidenschaft, Ton-Dokumenten, Präsentation von Original-Utensilien und Stasiakten sowie einem live Musiker präsentiert Geralf Pochop in einem Kulturprogramm die „intensivste Zeit“ seines Lebens als Punk in der DDR.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts "Die Demokratie-Macher".

 

 

Kurz-Biografie

Geralf Pochop (geb. 1964 in Halle). Mit 18 Jahren wurde er DDR-Hausbesetzer, schloss Kontakte zur Punkszene und engagierte sich in der unabhängigen DDR-Friedensbewegung. Wegen Tragens des Aufnähers „Schwerter zu Pflugscharen“ geriet er ins Visier der Stasi. 1983 wurde er bei dem Versuch der Bildung einer Menschenkette zwischen der Sowjetischen- und der USA-Botschaft verhaftet. Ab 1984 war er aktives Mitglied der DDR-Punkbewegung, organisierte Konzerte im kirchlichen Raum und erhielt Berufsverbot. 1986 versuchte das MfS ihn als IM anzuwerben. Er lehnte ab und stellte daraufhin einen Ausreiseantrag. Am 7. Oktober 1987, dem 38. DDR-Geburtstag, kam er ins Gefängnis und wurde zu einer sechsmonatigen Haftstrafe aufgrund frei erfundener Vorwürfe verurteilt. Nach seiner Haftentlassung engagierte sich der Wehrdiensttotalverweigerer weiter als Mitorganisator von Punk-Konzerten und agierte als Mitautor und Verteiler der Untergrundzeitung „mOAning star“. Im Mai 1989 durfte Pochop kurz vor den manipulierten DDR-Kommunalwahlen im Zuge der Aktion „Symbol 89“ aus der DDR ausreisen. Kurz darauf verhalf er seiner Freundin zur Flucht aus der DDR.

Ausstellungsdauer

Dauer:

26.09. - 09.10.2022

Öffnungszeiten:

8.00-20.00 Uhr

Ort:

WBZ Foyer

Autor:

Geralf Pochop

Autor und ehem. Punk in der DDR

Ausstellungseröffnung:

26.09.2022, 18:30 bis ca. 21.00 Uhr

Multimediale Lesung
„Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression“

Organisatorisches

Für den Besuch der Ausstellung ist keine Anmeldung erforderlich. Der Ausstellungsbesuch ist kostenfrei. Zur Lesung am Tag der Ausstellungseröffnung können Sie sich hier anmelden.

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