Erwachsene

23. – 25.05.2022
Decolonizing Art History.
Zur postkolonialen Revision
europäischer Kunst

Die Tagung nimmt die hochaktuellen identitäts- und kulturpolitischen Debatten etwa über einen neuen Umgang mit dem kolonialen „Erbe“ zum Anlaß, um deren Folgen für den Blick auf die europäische Kunst und deren Geschichte auszuloten.
PL 22FNA00001

Vor dem Hintergrund anhaltender Migrationsbewegungen, perpetuierter und neuer Formen des Kolonialismus, erstarkender Integrismen und Identitarismen sowie einer zunehmenden Bedeutungsverschiebung des Rassismusbegriffs wandelt sich auch die Erforschung der (Vor)Geschichte globaler Verflechtungen, kolonialer und binnenkolonialer Machtverhältnisse und der damit einhergehenden Konstruktionen des Eigenen und des Fremden.

Postkolonialen Forschungen folgend gilt es zu prüfen, inwiefern diese Prozesse auch und möglicherweise besonders die bildenden Künste und ihre Historiographie betreffen. Zugleich ist zu fragen, wie sich Ansätze der Post Colonial Studies zu den historischen Begriffen der Konstitution von Macht und Herrschaft insgesamt und den zu deren Analyse in anderen Diskurszusammenhängen entwickelten Modellen und Ideologemen (z.B. Humanismus, Zivilisationsprozeß, Sozialdisziplinierung, Urbanisierung, Kapitalismus, Imperialismus, Modernisierung, Gender, Antisemitismus, Binnenkolonialisierung, Globalisierung) verhalten.

An ausgesuchten Werken fragt die Tagung hierzu im Sinne einer postkolonial perspektivierten Revision nach im- oder expliziten Kolonialismen. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weisen und in welchem Umfang Werke der europäischen Kunst und die Kunstgeschichte selbst mit Kolonialismus und affinen Denk- und Handlungsmustern in Zusammenhang zu bringen sind und welche Bedeutung dies für Herrschafts- und Hegemoniebegründungen in historischen und aktuellen Feldern der Politik, den Künsten und Kunstdiskursen hat.

Es gilt zu fragen, auf welche Weise Artefakte an Konstruktion und Distribution kolonialer Kategorien wie dem „Anderen“ und „Fremden“ sowie an herrschaftslegitimierenden Diskursen Anteil haben und damit schließlich auch daran partizipieren, was als „Eigenes“ und „Vertrautes“, Herrschendes und Beherrschtes erscheint und wirksam wird. Inwiefern verhalten sich koloniale Stereotype spiegelbildlich zu herrschaftssichernden Fremd- und Selbstbeschreibungen? Mit welchen visuellen Strategien wird hier bewußt oder unbewußt argumentiert und gearbeitet? Von welcher Kolonialgeschichte oder welche Kolonialgeschichten erzählen die einzelnen Werke? Und inwiefern kann oder muß Kunst generell als eine Praxis verstanden werden, die im Zu-Sehen-Geben Differenzen zwischen Eigenem und Anderem voraussetzt, perpetuiert und schafft?

Die Tagung richtet sich besonders an Kunstlehrerinnen und -lehrer, für deren tägliche Arbeit mit und an Werken der europäischen Kunst die postkoloniale Kritik ein kultur- und bild-politisch hochaktuelles Werkzeug darstellt, um aktuelle Kolonialismen, Diskriminierungen und Machtverhältnisse aus der historischen und systematischen Tiefe der Kunstgeschichte heraus bis zur Gegenwartskunst und visuellen Alltagsgestaltung zu reflektieren und dekonstruieren, um sie zu anderen Deutungsmustern der politischen Funktionen von Kunst und Künsten ins Verhältnis zu setzen.

Teilnahmegebühren

Erwachsene

115,- € mit Übernachtung
60,- € ohne Übernachtung

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern. 
Einzelzimmerzuschlag: 50 ,-€

Der Teilnahmebeitrag wird gesplittet; 2/3 werden dem Seminar zugeordnet, 1/3 dient der institutionellen Kostendeckung

Das Seminar ist öffentlich zugänglich.

Dieses Seminar ist unter der Nummer 22FNA00001 im Gesamtangebot des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz (PL) enthalten und wird in der Fortbildungssuchmaschine des Ministeriums für Schule und Bildung in NRW angeboten und kann in NRW von den Schulen aus den Fortbildungsbudgets finanziert werden.

Das Programm zur Veranstaltung

PDF-Download (62,86 KB)

Nehmen Sie Kontakt auf

Stefanie Fetzer
Stefanie Fetzer

Stefanie Fetzer

Seminarorganisation politische Erwachsenenbildung

Tel: (06132) 79003-16

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