Erwachsene

09. – 10.12.2022
Deutscher Kolonialismus in der Gegen­wart: Wie gehen wir mit Un­recht in der Ge­schich­te um?

Dieses Seminar präsentiert diverse (selbst-)kri­ti­sche Per­spek­ti­ven zur Beschäf­ti­gung mit dem deutschen Kolo­nia­lis­mus in der Gegen­wart und der Heraus­for­de­rung, sich mit diesem auch mit unserem Alltag ver­wo­be­nen Kapi­tel zu befassen.

Deutscher Kolonialismus

„Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.“
(William Faulkner)

Mit dem Eingeständnis, in Deutsch-Süd­west­afrika zwi­schen 1904 und 1908 einen Völker­mord an den Ova­herero und Nama be­gangen zu haben, hat die Bundes­republik Deutsch­land 2015 einen bis­lang von keiner ande­ren einsti­gen Kolonial­macht voll­zoge­nen Schritt gemacht. Die seit­heri­gen bilate­ralen Ver­­hand­lungen zwischen den Regie­rungen Deutsch­lands und Nami­bias und deren vor­läufi­ges um­stritte­nes Ergeb­nis haben für inter­nationale Auf­merk­sam­keit gesorgt und auch in Deutsch­land das Thema der kolo­nia­len Ver­gangen­heit mehr in das öffent­liche Bewusst­sein gerückt.

Zivilgesellschaft­liche, post­kolo­niale Initia­tiven be­kla­gen jedoch weiter­hin man­gelnde Bereit­schaft, sich der Bear­bei­tung dieses dunklen Kapi­tels des deutschen Kaiser­reichs voll­um­fäng­lich zu stellen und eine ernst­hafte Deko­lo­ni­sie­rung zu betrei­ben. Beför­dert wird diese Dis­kussion auch um die Rück­führung von kolo­nia­lem Raub­gut in deutschen Samm­lungen und Museen. Nicht zu­letzt ver­band sich mit dem im wieder­auf­ge­bauten Berliner Schloss neu er­öffne­ten Hum­boldt-Forum eine leb­hafte De­batte zum Um­gang mit Kolonial­geschichte. Das Thema bleibt viru­lent und wird auch unter der neuen Koali­tions­regierung die Kultur- und Außen­politik beschäftigen.

Dieses Seminar präsentiert diverse (selbst-)kritische Perspek­tiven zur Beschäf­ti­gung mit dem deutschen Kolo­nia­lis­mus in der Gegen­wart und der Heraus­forderung, sich mit diesem auch mit unserem Alltag verwobenen Kapitel zu befassen.

Ablauf des Seminars

Freitag, 9.12.2022
15.00-15.30 Uhr

Einführung und Klärung der Erwartungen

Dr. Florian Pfeil

15.30-17.00 Uhr

Verlauf, Folgen und Wirkungen des deutschen Kolo­nia­lis­mus (1884 bis 1915) im Überblick

Prof. Dr. Henning Melber
Institut für Politikwissenschaft
Universität Pretoria, Südafrika

17.30-19.00 Uhr

Was bedeutet postkoloniale Auf­klärungs­arbeit und wie gestalten wir diese?

Serge Palasie
Eine Welt Promotor: Flucht, Migration und Entwicklung in NRW
Eine Welt Netz NRW, Düsseldorf

19.00 Uhr

Abendessen und Ende des ersten Seminartages

Samstag, 10.12.2022
9.00-10.30 Uhr

Wie gehen wir mit kolonialem Raubgut in deutschen Sammlungen und Museen um?

Dr. Anna-Maria Brandstetter
Institut für Ethnologie und Afrikastudien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

11.00-12.30 Uhr

Zum Umgang mit Völkermord in der (nicht nur europäischen) Gewaltgeschichte

PD Dr. Kristin Platt
Institut für Diaspora- und Genozidforschung
Ruhr-Universität Bochum

12.30 Uhr

Mittagessen

13.30-15.00 Uhr

Wie blickt Afrika auf Deutschland heute? (Arbeitstitel)

Dr. Boniface Mabanza
Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA), Heidelberg

15.30-17.00 Uhr

Was hat es mit kolonialer Amnesie auf sich und wie überwinden wir diese?

Prof. Dr. Henning Melber

17.00 Uhr

Abschlussevaluation und Ende des Seminars

Seminarleitung

Dr. Florian Pfeil
Leiter
Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung (FNA)

Teilnahmegebühren

Erwachsene

60,- € mit Übernachtung
40,- € ohne Übernachtung

Jugendliche und Studierende

40,- € mit Übernachtung
25,- € ohne Übernachtung

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern. 
Einzelzimmerzuschlag: 25,- €

Der Teilnahmebeitrag wird gesplittet; 2/3 werden dem Seminar zugeordnet, 1/3 dient der institutionellen Kostendeckung

Das Seminar ist öffentlich zugänglich.

Dieses Seminar ist im Gesamtangebot des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz (PL) enthalten und als Maßnahme der Lehrerfortbildung nach § 65 Hessiches Lehrerfortbildungsgesetz akkreditiert.

Nehmen Sie Kontakt auf

Stefanie Fetzer
Stefanie Fetzer

Stefanie Fetzer

Seminarorganisation politische Erwachsenenbildung

Tel: (06132) 79003-16

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