Erwachsene

30. – 31.10.2026
Digitaler Kolonialismus

Im Seminar analysieren wir die globale Machtverteilung im digitalen Zeitalter. Im Fokus steht die Frage, wie große Tech-Konzerne Märkte und Datenräume unter sich aufteilen, ihre Machtpositionen aufbauen und durch politische wie ökonomische Strategien absichern. Wir beleuchten die Arbeitsbedingungen innerhalb der Digitalwirtschaft.

Digitaler Kolonialismus - Cover
Bildnachweis: Verlag C.H. Beck

Von Kolonialismus spricht man im Allgemeinen, wenn einzelne Staaten, Gebiete, meist in anderen Weltregionen, für sich beanspruchten. Im Zuge dessen wurden lokale Bevölkerungen oft gewalttätig unterworfen. Häufig ist der Bezug zu diesem Begriff historisch. Wir fragen, inwieweit man heute von einem neuen „Digitalen Kolonialismus“ sprechen kann und ob das Konzept an dieser Stelle passt.

Im Seminar analysieren wir die globale Machtverteilung im digitalen Zeitalter. Im Fokus steht die Frage, wie große Tech-Konzerne Märkte und Datenräume unter sich aufteilen, ihre Machtpositionen aufbauen und durch politische wie ökonomische Strategien absichern. Wir beleuchten die Arbeitsbedingungen innerhalb der Digitalwirtschaft, von prekären Klickarbeiter:innen bis hin zu ausgelagerten Rechenzentren, und diskutieren die sozialen sowie politischen Folgekosten dieser Strukturen. Ein zentraler Aspekt ist die Rolle des Globalen Südens: Welche ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Preise werden dort für die digitale Infrastruktur und Datenproduktion gezahlt, und wie spiegeln sich darin alte koloniale Machtverhältnisse wider? Darüber hinaus gehen wir der Frage nach, wie über Digitalisierung kommuniziert wird und ob Technologien wie Algorithmen künstlicher Intelligenz bestehende Diskriminierungen reproduzieren – bis hin zu rassistischen Strukturen in digitalen Systemen.

Themen des Seminars

Themen des Seminars
Freitag, 30.10.2026
15.00-15.30 Uhr

Begrüßung und Klärung der Erwartungen

Andreas Kreiner-Wolf, M. A.
Weiterbildungszentrum Ingelheim

15.30-17.00 Uhr

Digitaler Kolonialismus. Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen

Ingo Dachwitz
Journalist und Kommunikationswissenschaftler, Redakteur bei netzpolitik.org [Online-Zuschaltung]

17.00 Uhr

Pause

17.30-19.00 Uhr

Digitaler Kolonialismus: Rückkehr der Länder des Globalen Südens als Landwirtschafts- und rohstoffliefernde Anhängsel

Satyajeet Malik
Staatswissenschaftler, M. A., Leuphana Universität, Lüneburg, Stipendiat des DAAD-Helmut-Schmidt-Programms, Menschenrechtsanwalt in Indien, freier Journalist

19.00 Uhr

Abendessen

Samstag, 31.10.2026
09.00-10.30 Uhr

Neither Artificial nor Intelligent: Data Labour, Extraction, and the New Face of Colonialism
[Vortrag in englischer Sprache]

Dr. Adio-Adet Tichafara Dinika
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Bremen, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) & Forscher am Distributed AI Research Institute (DAIR)

10.30-11.00 Uhr

Pause

11.00-12.30 Uhr

Worauf basiert digitaler Kolonialismus? Kritische Perspektiven auf globale Ungleichheit

Annemarie Witschas
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe "Ethik und kritische Theorien der Künstlichen Intelligenz", Universität Osnabrück

12.30-13.30 Uhr

Mittagessen

13.30-15.00 Uhr

Die Krise des Kapitalismus des 21. Jahrhunderts und der Drang zum Neokolonialismus

Satyajeet Malik
Staatswissenschaftler, M. A., Leuphana Universität, Lüneburg

15.00-15.15 Uhr

Abschlussevaluation und Ende des Seminars

Seminarleitung:

Andreas Kreiner-Wolf, M. A., Weiterbildungszentrum Ingelheim

Teilnahmegebühren

Teilnahmegebühren
Erwachsene

75,00 € mit Übernachtung
50,00 € ohne Übernachtung

Jugendliche und Studierende

50,00 € mit Übernachtung
25,00 € ohne Übernachtung

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern.
Einzelzimmerzuschlag: 30,00 €

Der Teilnahmebeitrag wird gesplittet; 2/3 werden dem Seminar zugeordnet, 1/3 dient der institutionellen Kostendeckung

Das Seminar ist allgemein zugänglich.

Unser Flyer zur Veranstaltung

Nehmen Sie Kontakt auf

Portraitbild von Stefanie Fetzer
Portraitbild von Stefanie Fetzer

Stefanie Fetzer

Seminarorganisation politische Erwachsenenbildung

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