Erwachsene

24.11.2022
"Mein Vaterland! - Warum ich Neonazi war"

WBZ Ingelheim; Do. 24.11.2022; Beginn: 19 Uhr (Raum 101)

Vortrag und Gespräch. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit InRAGE und Rheinhessen gegen Rechts e.V. statt und wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie Ingelheim.

Foto Christian Weißgerber
Foto: Christian Weißgerber

„Niemand muss ein Nazi sein, egal was er oder sie erlebt hat. Es ist stets eine eigene Entscheidung.“
Christian E. Weissgerber

Zu dieser Veranstaltung:

Das Bild vom Nazi-Skinhead mit Springerstiefeln und Bomberjacke hat sich angesichts der nationalpopulistischen Wutbürger-Bataillone und der Neuen Rechten in Europa und anderswo vollends als veralteter Stereotyp offenbart. Zeitgenössische rassistische und nationalistische Weltanschauungen haben andere Symbole, Argumentationsweisen und Vorbilder entwickelt. Doch hinter der Fassade dieser Labelkosmetik verbirgt sich die Kunst, Ewiggestriges mit vermeintlich unverfänglichen Etiketten zu versehen und das immer Gleiche mit neuen Namen zu formulieren.
Im Vortrag analysiert Christian E. Weißgerber, aufbauend auf seinen Erfahrungen in der organisierten Neonazi-Szene deren Strategien und versucht gemeinsam mit dem Publikum Präventions- und Widerstandsstrategien zu skizzieren. Was sind die Ideologeme sowie Faszinations- und Motivationspunkte für Radikalsierungen in rechtsextreme, verschwörungsmythische Politiken? Im Weiteren benutzt Christian E. Weißgerber seine eigene (De)Radikalisierung als Fallbeispiel, um für die Teilnehmenden nachvollziehbar zu machen, wie und warum so etwas ablaufen kann. Diese Veranstaltung ist nicht nur eine Einführung ins Themenfeld, sondern vermittelt auch strukturelles Verständnis zu rassistischen und verschwörungsmythischen Erzählungen.
Der Vortrag beschäftigt sich darüber hinaus mit der sogenannten „Pluralität“ der Rechten. Denn die Stereotype von Skinheads mit Springerstiefeln helfen Neo-Nazis und Neuen Rechten durchaus, weil sie sich so als „normale“ Bürger inszenieren können – siehe AfD und Co.


Zugleich geht es darum, deutlich zu machen, dass man ‚Nazis und RassistInnen‘ nicht am Aussehen erkennt, sondern daran, was sie sagen und wie sie handeln. Hierfür stellt Christian E. Weißgerber die sich in leichten Veränderungen stets wiederholenden Denk- und Verhaltensweisen rassistischer und nationalistischer Ideologien vor ( á la ‚Ich bin kein Rassist, aber… Ethnopluralist?!‘).
Diese strukturellen Wiedererkennungsmerkmale eigenständig zu erkennen und kritisch beleuchten zu können, kann als Grundlage für eine demokratische Kultur gelten, die rassistische und nationalistische Politiken auch in ihren labelkosmetisch aufgehübschten Formen zu entlarven vermag.
Es ist und bleibt wichtig, sich immer wieder gegen jegliche Form menschenverachtender Ideologie(n) stark zu machen.

Weitere Informationen

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Teilnahmegebühren: kostenlos

Das Seminar ist öffentlich zugänglich.

„Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.“

Nehmen Sie Kontakt auf

Martin Konrath, M.A.
Martin Konrath, M.A.

Martin Konrath, M.A.

Referent für politische Bildung und Demokratiepädagogik, Partnerschaft für Demokratie Ingelheim

Tel: (06132) 79003-34
Stefanie Fetzer
Stefanie Fetzer

Stefanie Fetzer

Seminarorganisation politische Erwachsenenbildung

Tel: (06132) 79003-16
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