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16.11.2021, 19 Uhr
Namibia - Deutschland: Umstrittenes Aussöhnungsabkommen

Nach fünfjährigen Verhandlungen steht ein Versöhnungsabkommen zwischen Deutschland und seiner einstigen Kolonie Namibia vor der Ratifizierung. Die namibische Politologin Naita Hishoono informiert über Hintergründe der namibischen Debatte.

Kolmanskuppe
"Geisterstadt" Kolmannskuppe in Namibia

Vor der Coronapandemie reisten ca. 100.000 Deutsche jährlich nach Namibia. Die Beliebtheit als Reiseland verdankt Namibia seiner landschaftlichen Schönheit, seiner Tier- und Pflanzen­welt, aber auch seiner Geschichte, für viele eher kolonialnostalgisch eingestellte Deutsche ein  wichtiges Reisemotiv. Doch der Blick auf die deutsch-namibische Geschichte ändert sich.

Nach fünfjährigen Verhandlungen steht ein Versöhnungs­abkommen zwischen Deutschland und Namibia vor der Ratifizierung. Deutschland erkennt die Verbrechen seiner Kolonial­truppen erstmals offiziell als Völker­mord an. In Namibia stößtdie als zu gering erachtete Höhe der Wieder­gut­machungs­zahlung und die mangelnde Beteiligung der Volks­gruppen der Ova­herero und der Nama am Verhandlungs­prozess auf Protest. Ihm schließen sich einige oppo­sitio­nelle Parteien an. Die seit 30 Jahren unumstritten regierende SWAPO-Partei gerät in Bedrängnis, nicht zuletzt auch aufgrund der Folgen der Corona­pandemie.

Unser Gast, Naita Hishoono, informiert im Gespräch mit Bernd Heyl über Hintergründe der namibischen Debatte. In Deutschland (DDR) aufgewachsen, hat sie einen ganz persönlichen Zugang zum Thema.

Die Referentin 

Naita Hishoono wurde 1976 in einem Flüchtlings­lager in Angola geboren. Nach folgen­schweren Angriffen der süd­afrikanischen Armee auf SWAPO-Lager im südlichen Angola nahm die DDR 470 Kinder aus diesen Lagern auf, unter ihnen Naita Hishoono. Die Unabhängig­keit Namibias 1990 fiel mit dem Anschluss der DDR an die Bundesrepublik zusammen. Naita Hishoono musste als 14jährige nach Namibia zurück. Sie besuchte die (deutsch­sprachige) Delta-Schule in Windhoek, studierte Politik an der Universität von Namibia und arbeitete u.a. für das deutsche Hörfunk­programm der Namibian Broad­casting Corporation. Heute ist Naita Hishoono Executive Director des Namibia Institute of Democracy (NGO für politische Bildung) und lebt mit ihren Töchtern Zyria und Jyalo in Windhoek.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Eine Kooperation mit dem Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt e.V. (In-RAGE) und der Stabsstelle "Vielfalt und Chancengleichheit" der Stadt Ingelheim am Rhein

Naita Hishoono, Executive Director des Namibia Institute of Democracy

Das Programm zum Download

PDF-Download (374,21 KB)

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Dr. Florian Pfeil
Dr. Florian Pfeil

Dr. Florian Pfeil

Geschäftsführer des WBZ und Leiter der Fridtjof-Nansen-Akademie

Tel: (06132) 79003-20

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