Landeskundliche und entwicklungspolitische Studienreise
Namibia mit seinen Wüsten Namib und Kalahari, den vermutlich höchsten Dünen der Welt und der grandiosen Tierwelt ist landschaftlich eines der faszinierendsten Länder Afrikas. Zugleich ist es aber auch unter historischen und politischen Gesichtspunkten ein interessantes Reiseland.
Schon seit Jahrtausenden ist Namibia Heimat der San und der Damara. Durch die Berliner Konferenz von 1884/85 wurde Namibia als „Deutsch-Südwestafrika“ zunächst Schutzgebiet, dann Kolonie des Deutschen Reiches. Der Krieg gegen die Herero führte zum ersten, heute weitgehend unbekannten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Nach den Deutschen kamen die Südafrikaner, die ihre Apartheid-Politik auf Namibia ausdehnten und das Land erst 1990 als eine der letzten Kolonien in Afrika in die Unabhängigkeit entließen.
Unter entwicklungspolitischen Gesichtspunkten gehört Namibia heute zu den etwas hoffnungsvolleren afrikanischen Ländern, einerseits wegen seiner Bodenschätze (vor allem Diamanten und Uran), andererseits wegen der Etablierung eines erfolgreichen Tourismusgewerbes. Neuerdings macht sich Deutschland auch Hoffnung auf namibischen Wasserstoff. Die Studienreise möchte der Geschichte Namibias und der deutschen Kolonialgeschichte nachgehen, zugleich aber auch die heutigen Entwicklungsperspektiven und die damit verbundenen Herausforderungen ausloten.
Geleitet wird die Reise von Dr. Florian Pfeil, Direktor des WBZ Ingelheim und Leiter der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung. Der promovierte Politikwissenschaftler und Völkerrechtler leitet seit vielen Jahren bildungsorientierte Studienreisen in die ganze Welt. Als Vorsitzender des Entwicklungspolitischen Landesnetzwerks Rheinland-Pfalz engagiert er sich seit vielen Jahren für die Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden. Die deutsche Kolonialgeschichte im einstigen Südwestafrika interessiert ihn besonders. Bereits mehrfach leitete er für die FNA Studienreisen nach Namibia.
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02.10.26 |
Flug mit Lufthansa von München nach Windhoek Abflug abends ab München nach Windhoek. Ankunft in den Morgenstunden des 3.10.2026. |
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03.10.2026 |
Windhoek (A) Nach Ankunft am Flughafen Transfer in die Stadt zum Hotel. Etwas später brechen wir zu einer Stadtrundfahrt auf, die uns u.a. viele Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit zeigen wird: die Alte Feste, um die herum Windhoek einst entstanden ist, die Christuskirche, den Bahnhof und den sogenannten "Tintenpalast", einst Sitz der deutschen Kolonialverwaltung, heute des Parlaments. Danach besuchen wir das Unabhängigkeitsmuseum, das dem Kampf der Befreiungsbewegung SWAPO für ein unabhängiges Namibia gewidmet ist. Nachmittags fahren wir nach Katutura, in der Sprache der Ovaherero "der Ort an dem wir nicht leben wollen". Dort besuchen wir das Frauenprojekt Penduka und den Pfarrer einer Kirchengemeinde (geplant). Abendessen. |
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04.10.26 |
Windhoek - Kalahari Lodge (F, A) Morgens besuchen wir das Namibia Institute for Democracy und sprechen mit der Direktorin Naita Hishoono über aktuelle Entwicklungen in Namibia und über die deutsch-namibischen Beziehungen (geplant). Anschließend verlassen wir Windhoek und fahren südwärts über den Wendekreis des Steinbocks tief hinein in die Savanne der Kalahari, wo sich unsere Lodge in traumhafter Lage befindet. Abendessen in der Lodge. |
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05.10.26 |
Kalahari Lodge (F, A) Häufig wird die Kalahari wegen des vielen Sandes als "Wüste" bezeichnet, doch strenggenommen ist sie eine Dornstrauchsavanne, die sich über ein riesiges Gebiet von Namibia, Südafrika und Botswana erstreckt. Vormittags begeben wir uns von unserer Lodge aus auf eine geführte Wanderung durch die Umgebung. Danach sprechen wir mit dem Leiter der Lodge über nachhaltigen Tourismus in der Kalahari (geplant). Im Laufe des Nachmittags brechen wir dann mit Jeeps auf und erkunden die weitere Umgebung der Lodge. Mit etwas Glück werden wir dabei einige Tierbeobachtungen machen. Die Fahrt endet mit einem "Sundowner": Wir beobachten von einem schönen Ort im roten Sand der Kalahari aus den Sonnenuntergang und nehmen dabei einen kühlen Drink. Abendessen in der Lodge. |
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06.10.26 |
Kalahari Lodge - Keetmanshoop (F, A) Wir verlassen das Gelände der Lodge und fahren weiter südwärts, wo wir durch den sogenannten Köcherbaumwald spazieren. Die Köcherbäume sind Aloen mit skurrilem Aussehen, die in dieser Region endemisch sind. Dann fahren wir weiter nach Keetmanshoop, Hauptstadt der Provinz Kharas. Gegründet wurde der Ort von Geistlichen der Rheinischen Mission, die hier eine Kirche bauten und die entstehende Stadt nach dem deutschen Bankier und Kaufmann Johann Keetman benannten, der die Mission finanzierte. In Keetmanshoop ist ein Gesprächsbesuch beim Namibian Institute of Mining and Technology oder bei der Nama Traditional Leaders Association geplant. Abendessen. |
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07.10.26 |
Keetmanshoop - Lüderitz (F) Nach dem Frühstück fahren wir westwärts durch das Diamantensperrgebiet der Namib-Wüste bis an den Atlantik in die kleine Stadt Lüderitz. Hier begann einst die deutsche Kolonialgeschichte, als der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hier Land kaufte - und die Verkäufer von den Nama dabei betrog. Zu Fuß begeben wir uns auf einen Spaziergang durch die Stadt, die nach wie vor durch zahlreiche Bauten aus der deutschen Kolonialzeit geprägt ist: Felsenkirche, Goerke-Haus, Turnhalle und zahlreiche Straßennamen werden uns sehr "deutsch" vorkommen. Wir besuchen auch die Haifischinsel, die für die finstersten Teile der deutschen Kolonialgeschichte steht: auf der kleinen Insel im eiskalten Benguela-Strom des Atlantik lag eines der deutschen Konzentrationslager, in denen Kriegsgefangene Nama und Ovaherero eingesperrt wurden. Viele überlebten die harten Bedingungen dort und die schwere Zwangsarbeit nicht. |
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08.10.26 |
Lüderitz (F) Von Lüderitz aus erkunden wir die spektakuläre Umgebung: Hier grenzt wasserlose, felsige Wüste unmittelbar an den tosenden Atlantik. Unsere Fahrt führt uns an die Diaz-Spitze mit dem Diaz-Kreuz, wo ein portugiesischer Seefahrer einst an Land ging. Danach fahren wir ein Stück weiter landeinwärts ins Diamantensperrgebiet, wo Zacharias Lewala, Gehilfe eines deutschen Bahnwärters, 1908 Diamanten entdeckte. Als Folge des Diamantenfiebers wurde mitten in der Wüste die deutsche Stadt Kolmannskuppe mit Ballsaal und Kegelbahn errichtet. Doch nachdem die letzten Diamanten gefunden wurden, verfiel Kolmanskuppe. Heute ist der Ort eine Geisterstadt, die wieder nach und nach vom Sand der Namib zurückerobert wird. Wir fahren zurück nach Lüderitz, wo wir wieder auf eigene Faust zu Abend essen. |
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09.10.26 |
Lüderitz - Sossusvlei (F, A) Von Lüderitz aus fahren wir wieder durch das Diamantensperrgebiet und dann nordwärts durch teils spektakuläre Landschaft. Unterwegs machen wir eine Mittagspause in dem kleinen Ort Helmeringhausen, der mit Tankstelle, Hotel und einem kleinen Supermarkt regionales Versorgungszentrum in der sehr abgeschiedenen Region ist. Das örtliche Hotel mit seinem Biergarten wirbt mit dem "besten Apfelkuchen Namibias". Am späten Nachmittag erreichen wir unsere Lodge am Rand der Namib. Abendessen. |
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10.10.26 |
Ausflug ins Sossusvlei (F, A) In besonders intensiven Regenjahren bahnt sich der Fluss Tsauchab sein Bett aus den Bergen kommend bis mitten hinein in die Wüste Namib - wo er dann endgültig versandet. An dieser Stelle haben sich Tonpfannen ("Vleis") gebildet. Wir fahren mit unserem Bus hinein in die Wüste und dann per Allrad-Jeeps weiter durch den Sand bis zum eigentlichen Sossusvlei und dem Deadvlei, das für die schwarzen Gerippe der abgestorbenen Bäume berühmt ist, die einst vom Wasser des Tsauchab versorgt wurden. Hier spazieren wir durch die Wüste und bewundern die gewaltigen rötlichen Dünen. Wer es sich zutraut, kann "Big Daddy" besteigen, die höchste Düne der Gegend und eine der höchsten weltweit. Von oben bietet sich ein überwältigender Blick auf das UNESCO-Weltnaturerbe "Namib-Sandmeer". Auf der Rückfahrt zu unserer Lodge halten wir noch am Sesriem-Canyon, den der Tsauchab in den Grund gegraben hat. Abendessen. |
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11.10.26 |
Sossusvlei - Walvis Bay - Swakopmund (F) Nach dem Frühstück fahren wir weiter nach Walvis Bay, einst britisch Enklave im umgebenden deutschen Kolonialgebiet. Am Nachmittag fahren wir mit dem Katamaran hinaus in die Bucht von Walvis Bay, wo es Pelikane, Robben und viele andere Tiere zu sehen gibt. Abends Weiterfahrt ins benachbarte Swakopmund, wo wir Gelegenheit haben, nach eigenem Geschmack in der örtlichen Gastronomie zu Abend zu essen. |
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12.10.26 |
Swakopmund (F) Bei einem Stadtrundgang erschließen wir uns die Küstenstadt Swakopmund, die nach wie vor von deutscher Kolonialarchitektur geprägt ist. Die deutsche Kolonialverwaltung errichtete hier die Mole und eine Landungsbrücke. Ab 1894 nahm die Hamburger Reederei Woermann hierher eine regelmäßige Frachtverbindung auf. Nachmittags begeben wir uns auf eine Tour durch das ehemalige Township der schwarzen Bevölkerung und besuchen das kleine private Swakopmund Genocide Museum (angefragt). Abends versorgen wir uns wieder nach eigenem Geschmack in der Gastronomie von Swakopmund. |
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13.10.26 |
Swakopmund - Etosha-Nationalpark (F, A) Von Swakopmund aus brechen wir frühmorgens nordwärts auf und erreichen unsere Lodge am Rande des Etosha-Nationalparks, 1907 gegründet und heute das zweitgrößte Naturschutzgebiet Afrikas. Nachmittags unternehmen wir von unserer Lodge aus eine erste Pirschfahrt in den Nationalpark. Mit etwas Glück sehen wir viele Tiere wie Giraffen, Elefanten, Geparden, Löwen und Antilopen. |
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14.10.26 |
Etosha-Nationalpark (F, A) Wir verlassen unsere Lodge und durchqueren ganztags den Nationalpark ostwärts. Unterwegs werden wir von unserem Fahrzeug aus viele interessante Tierbeobachtungen machen können. Wir verlassen den Nationalpark am kolonialen Fort Namutoni und erreichen abends unsere nächste Lodge. Abendessen. |
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15.10.26 |
Etosha-Nationalpark - Waterberg (F, A) Heute fahren wir wieder Richtung Süden. Unterwegs fahren wir durch die für ihren einstigen Bergbau bekannte Stadt Tsumeb, die bis heute den deutschen Bergarbeitergruß "Glückauf" als Motto führt. 1996 beendete die Tsumeb Mine ihren Betrieb, ihre Fördertürme sind aber nach wie vor Wahrzeichen der Stadt. Wir fahren weiter zum Waterberg, wo der Völkermord an den Ovaherero 1904 seinen Anfang nahm. Nachmittags unternehmen wir eine kleine Wanderung von unserer Lodge aus durch den auf dem Plateau des Waterbergs gelegenen Nationalpark. Abendessen in der Lodge. |
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16.10.26 |
Waterberg - Windhoek (F, A) Morgens besuchen wir den kleinen am Fuß des Waterbergs gelegenen Soldatenfriedhof, auf dem gefallene Soldaten der deutschen Schutztruppe liegen. Inzwischen erinnert eine Gedenkstele auch an die getöteten Ovaherero. Hier erfahren wir mehr über den Verlauf der "Schlacht am Waterberg", mit der der Genozid seinen Anfang nahm. Unsere nächste Station ist die AfriCat Foundation in Okonjima, die sich dem Schutz von Geparden widmet. Bei einer Rundfahrt in Jeeps durch das Gelände sehen wir einige der Großkatzen auch aus der Nähe. Weiter geht es nach Okahandja, traditionelles Zentrum der Ovaherero. Wir besuchen die Gräber der wichtigsten Oveherero-Chiefs. Von Okahandja fahren wir schließlich wieder zum Ausgangspunkt unserer Tour, in die Hauptstadt Windhoek, wo uns ein Abschiedsessen erwartet. |
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17.10.26 |
Windhoek (F) Vormittags haben wir noch etwas freie Zeit in Windhoek. Wir können sie nutzen, um das Namibia Craft Center zu besuchen, in dem lokale Künstler:innen und Kunsthandwerker:innen ihre Arbeiten anbieten. Oder wir streifen noch einmal durch die Straßen der Hauptstadt. Nachmittags fahren wir dann zum Flughafen. |
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18.10.26 |
Rückflug nach München Am frühen Morgen landen wir in München, wo unsere Reise endet. |
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Reisepreis pro Person in Euro |
Doppelzimmer: 5.300,-€ Einzelzimmer-Zuschlag: 500,-€ |
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Reisebedingungen |
Mindestteilnehmendenzahl: 20 Diese Reise ist für Teilnehmende mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet! |
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Unterrichtung des Reisenden bei einer Pauschalreise nach §651a BGB Bei der Ihnen angebotenen Kombination von Reiseleistungen handelt es sich um eine Pauschalreise im Sinne der Richtlinie (EU) 2015/2302. |
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Leistungen |
Inklusive - Direktflug mit Lufthansa ab/bis München |
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Nicht inbegriffen - Rail & Fly-Ticket oder Zubringerflug Frankfurt - München - Frankfurt nach Verfügbarkeit |
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