Studienreise

02. – 18.10.2026
Studienreise Namibia

Landeskundliche und entwicklungspolitische Studienreise

Namib-Sandmeer
Im UNESCO-Welterbe des Namib-Sandmeers, Namibia

Studienreise zwischen kolonialem Erbe und Gegenwart in grandioser Landschaft

Namibia mit seinen Wüsten Namib und Kalahari, den ver­mut­lich höchsten Dünen der Welt und der gran­dio­sen Tier­welt ist land­schaft­lich eines der faszi­nie­rend­sten Länder Afrikas. Zugleich ist es aber auch unter historischen und poli­ti­schen Gesichts­punkten ein inter­es­san­tes Reiseland.

Koloniales Erbe Deutschlands

Schon seit Jahrtausenden ist Namibia Heimat der San und der Damara. Durch die Berliner Kon­fe­renz von 1884/85 wurde Namibia als „Deutsch-Süd­west­afrika“ zunächst Schutz­ge­biet, dann Kolonie des Deutschen Reiches. Der Krieg gegen die Herero führte zum ersten, heute weit­gehend unbe­kann­ten Völker­mord des 20. Jahr­hunderts. Nach den Deutschen kamen die Süd­afrikaner, die ihre Apart­heid-Politik auf Namibia aus­dehnten und das Land erst 1990 als eine der letzten Kolonien in Afrika in die Unab­hängig­keit ent­ließen.

Entwicklungsperspektiven zwischen Rohstoffen und Tourismus

Unter entwicklungspolitischen Gesichtspunkten gehört Namibia heute zu den etwas hoffnungs­volleren afrika­ni­schen Ländern, einer­seits wegen seiner Boden­schätze (vor allem Diamanten und Uran), andererseits wegen der Etablierung eines erfolg­reichen Touris­mus­gewerbes. Neuerdings macht sich Deutsch­land auch Hoffnung auf nami­bi­schen Wasser­stoff. Die Studien­reise möchte der Geschichte Namibias und der deutschen Kolonial­geschichte nach­gehen, zugleich aber auch die heutigen Ent­wick­lungs­perspektiven und die damit verbundenen Heraus­forderungen ausloten.

Ihr Reiseleiter

Geleitet wird die Reise von Dr. Florian Pfeil, Direktor des WBZ Ingelheim und Leiter der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung. Der promovierte Politik­wissen­schaftler und Völker­rechtler leitet seit vielen Jahren bildungs­orientierte Studien­reisen in die ganze Welt. Als Vor­sitzender des Ent­wick­lungs­poli­tischen Landes­netz­werks Rhein­land-Pfalz engagiert er sich seit vielen Jahren für die Zusammen­arbeit mit dem Globalen Süden. Die deutsche Kolonial­geschichte im einstigen Süd­west­afrika interessiert ihn besonders. Bereits mehrfach leitete er für die FNA Studienreisen nach Namibia.

Vorläufiges Programm
(Änderungen vorbehalten)

02.10.26

Flug mit Lufthansa von München nach Windhoek

Abflug abends ab München nach Windhoek. Ankunft in den Morgenstunden des 3.10.2026.

03.10.2026

Windhoek (A)

Nach Ankunft am Flughafen Transfer in die Stadt zum Hotel. Etwas später brechen wir zu einer Stadt­rund­fahrt auf, die uns u.a. viele Gebäude aus der deutschen Kolo­nial­zeit zeigen wird: die Alte Feste, um die herum Wind­hoek einst ent­standen ist, die Christus­kirche, den Bahn­hof und den so­ge­nann­ten "Tinten­palast", einst Sitz der deutschen Kolo­nial­ver­wal­tung, heute des Par­la­ments. Danach besuchen wir das Unab­hängig­keits­museum, das dem Kampf der Befreiungs­bewe­gung SWAPO für ein unab­hängiges Nami­bia gewidmet ist. Nach­mittags fahren wir nach Katu­tura, in der Sprache der Ovaherero "der Ort an dem wir nicht leben wollen". Dort besuchen wir das Frauen­projekt Pen­duka und den Pfarrer einer Kirchen­gemeinde (geplant). Abendessen.

04.10.26

Windhoek - Kalahari Lodge (F, A)

Morgens besuchen wir das Namibia Institute for Democracy und sprechen mit der Direk­torin Naita Hishoono über aktuelle Ent­wick­lungen in Namibia und über die deutsch-nami­bi­schen Bezie­hun­gen (geplant). Anschließend ver­lassen wir Wind­hoek und fahren süd­wärts über den Wende­kreis des Stein­bocks tief hinein in die Savanne der Kala­hari, wo sich unsere Lodge in traum­hafter Lage befindet. Abend­essen in der Lodge.

05.10.26

Kalahari Lodge (F, A)

Häufig wird die Kalahari wegen des vielen Sandes als "Wüste" bezeichnet, doch streng­genommen ist sie eine Dorn­strauch­savanne, die sich über ein riesiges Gebiet von Nami­bia, Süd­afrika und Bots­wana erstreckt. Vor­mittags begeben wir uns von unserer Lodge aus auf eine geführte Wande­rung durch die Um­ge­bung. Danach sprechen wir mit dem Leiter der Lodge über nach­haltigen Tou­ris­mus in der Kala­hari (geplant). Im Laufe des Nach­mittags brechen wir dann mit Jeeps auf und erkunden die weitere Umgebung der Lodge. Mit etwas Glück werden wir dabei einige Tier­beob­ach­tungen machen. Die Fahrt endet mit einem "Sun­downer": Wir beobachten von einem schönen Ort im roten Sand der Kalahari aus den Sonnen­untergang und nehmen dabei einen kühlen Drink. Abendessen in der Lodge.

06.10.26

Kalahari Lodge - Keetmanshoop (F, A)

Wir verlassen das Gelände der Lodge und fahren weiter süd­wärts, wo wir durch den soge­nann­ten Köcher­baum­wald spazieren. Die Köcher­bäume sind Aloen mit skurrilem Aus­sehen, die in dieser Region ende­misch sind. Dann fahren wir weiter nach Keet­mans­hoop, Haupt­stadt der Provinz Kharas. Ge­grün­det wurde der Ort von Geist­lichen der Rheini­schen Mission, die hier eine Kirche bauten und die ent­stehende Stadt nach dem deutschen Bankier und Kauf­mann Johann Keetman benannten, der die Mission finanzierte. In Keet­mans­hoop ist ein Gesprächs­besuch beim Nami­bian Institute of Mining and Tech­nology oder bei der Nama Traditional Leaders Association geplant. Abendessen.

07.10.26

Keetmanshoop - Lüderitz (F)

Nach dem Frühstück fahren wir westwärts durch das Diamantensperrgebiet der Namib-Wüste bis an den Atlantik in die kleine Stadt Lüderitz. Hier begann einst die deutsche Kolonial­geschichte, als der Bremer Kauf­mann Adolf Lüderitz hier Land kaufte - und die Ver­käufer von den Nama dabei betrog. Zu Fuß bege­ben wir uns auf einen Spazier­gang durch die Stadt, die nach wie vor durch zahl­reiche Bauten aus der deutschen Kolo­nial­zeit geprägt ist: Felsen­kirche, Goerke-Haus, Turn­halle und zahlreiche Straßen­namen werden uns sehr "deutsch" vor­kommen. Wir besuchen auch die Hai­fisch­insel, die für die finstersten Teile der deutschen Kolonial­geschichte steht: auf der kleinen Insel im eis­kalten Benguela-Strom des Atlantik lag eines der deutschen Kon­zen­tra­tions­lager, in denen Kriegs­gefan­gene Nama und Ova­herero ein­ge­sperrt wurden. Viele über­lebten die harten Bedingungen dort und die schwere Zwangs­arbeit nicht.
Heute begeben wir uns auf eigene Faust und nach eigenem Geschmack zum Abend­essen. Wer nicht im Hotel essen möchte, kann abends das gastro­no­mi­sche Angebot der Hafen­stadt Lüderitz erkunden.

08.10.26

Lüderitz (F)

Von Lüderitz aus erkunden wir die spektakuläre Umgebung: Hier grenzt wasser­lose, felsige Wüste unmittel­bar an den tosenden Atlantik. Unsere Fahrt führt uns an die Diaz-Spitze mit dem Diaz-Kreuz, wo ein portu­gie­sischer See­fahrer einst an Land ging. Danach fahren wir ein Stück weiter land­ein­wärts ins Diaman­ten­sperr­gebiet, wo Zacharias Lewala, Gehilfe eines deutschen Bahn­wärters, 1908 Diamanten ent­deckte. Als Folge des Dia­man­ten­fiebers wurde mitten in der Wüste die deutsche Stadt Kol­manns­kuppe mit Ball­saal und Kegel­bahn errichtet. Doch nachdem die letzten Diamanten gefunden wurden, verfiel Kolmans­kuppe. Heute ist der Ort eine Geister­stadt, die wieder nach und nach vom Sand der Namib zurück­erobert wird. Wir fahren zurück nach Lü­de­ritz, wo wir wieder auf eigene Faust zu Abend essen.

09.10.26

Lüderitz - Sossusvlei (F, A)

Von Lüderitz aus fahren wir wieder durch das Diaman­ten­sperr­gebiet und dann nord­wärts durch teils spekta­kuläre Land­schaft. Unter­wegs machen wir eine Mittags­pause in dem kleinen Ort Helme­ring­hausen, der mit Tank­stelle, Hotel und einem kleinen Super­markt regio­nales Ver­sor­gungs­zentrum in der sehr abge­schie­denen Region ist. Das ört­liche Hotel mit seinem Bier­garten wirbt mit dem "besten Apfel­kuchen Nami­bias". Am späten Nach­mittag erreichen wir unsere Lodge am Rand der Namib. Abendessen.

10.10.26

Ausflug ins Sossusvlei (F, A)

In besonders intensiven Regenjahren bahnt sich der Fluss Tsauchab sein Bett aus den Bergen kommend bis mitten hinein in die Wüste Namib - wo er dann end­gültig ver­sandet. An dieser Stelle haben sich Ton­pfannen ("Vleis") gebildet. Wir fahren mit unserem Bus hinein in die Wüste und dann per All­rad-Jeeps weiter durch den Sand bis zum eigent­lichen Sossus­vlei und dem Dead­vlei, das für die schwarzen Gerippe der abge­stor­be­nen Bäume berühmt ist, die einst vom Wasser des Tsauchab versorgt wurden. Hier spazieren wir durch die Wüste und bewun­dern die gewal­tigen rötli­chen Dünen. Wer es sich zu­traut, kann "Big Daddy" bestei­gen, die höchste Düne der Gegend und eine der höchsten welt­weit. Von oben bietet sich ein über­wäl­ti­gen­der Blick auf das UNESCO-Welt­natur­erbe "Namib-Sand­meer". Auf der Rück­fahrt zu unserer Lodge halten wir noch am Ses­riem-Canyon, den der Tsauchab in den Grund gegraben hat. Abendessen.

11.10.26

Sossusvlei - Walvis Bay - Swakopmund (F)

Nach dem Frühstück fahren wir weiter nach Walvis Bay, einst britisch Enklave im umgebenden deutschen Kolonialgebiet. Am Nachmittag fahren wir mit dem Katamaran hinaus in die Bucht von Walvis Bay, wo es Pelikane, Robben und viele andere Tiere zu sehen gibt. Abends Weiterfahrt ins benachbarte Swakop­mund, wo wir Gelegenheit haben, nach eigenem Geschmack in der örtlichen Gastronomie zu Abend zu essen.

12.10.26

Swakopmund (F)

Bei einem Stadtrundgang erschließen wir uns die Küsten­stadt Swakop­mund, die nach wie vor von deutscher Kolo­nial­archi­tektur geprägt ist. Die deutsche Kolo­nial­ver­waltung errichtete hier die Mole und eine Landungs­brücke. Ab 1894 nahm die Ham­burger Reederei Woer­mann hierher eine regel­mäßige Fracht­ver­bin­dung auf. Nach­mittags begeben wir uns auf eine Tour durch das ehe­malige Town­ship der schwarzen Bevöl­kerung und besuchen das kleine private Swakop­mund Geno­cide Museum (angefragt). Abends versorgen wir uns wieder nach eigenem Geschmack in der Gastro­nomie von Swakopmund.

13.10.26

Swakopmund - Etosha-Nationalpark (F, A)

Von Swakopmund aus brechen wir frühmorgens nord­wärts auf und erreichen unsere Lodge am Rande des Etosha-National­parks, 1907 gegründet und heute das zweit­größte Natur­schutz­gebiet Afrikas. Nach­mittags unternehmen wir von unserer Lodge aus eine erste Pirsch­fahrt in den National­park. Mit etwas Glück sehen wir viele Tiere wie Giraffen, Elefanten, Geparden, Löwen und Antilopen.

14.10.26

Etosha-Nationalpark (F, A)

Wir verlassen unsere Lodge und durchqueren ganztags den National­park ost­wärts. Unter­wegs werden wir von unserem Fahr­zeug aus viele inter­essante Tier­beob­achtungen machen können. Wir verlassen den Nationalpark am kolonialen Fort Namutoni und erreichen abends unsere nächste Lodge. Abendessen.

15.10.26

Etosha-Nationalpark - Waterberg (F, A)

Heute fahren wir wieder Richtung Süden. Unterwegs fahren wir durch die für ihren einstigen Berg­bau bekannte Stadt Tsumeb, die bis heute den deutschen Berg­arbeiter­gruß "Glück­auf" als Motto führt. 1996 been­dete die Tsumeb Mine ihren Betrieb, ihre Förder­türme sind aber nach wie vor Wahr­zeichen der Stadt. Wir fahren weiter zum Water­berg, wo der Völker­mord an den Ova­herero 1904 seinen Anfang nahm. Nach­mittags unter­nehmen wir eine kleine Wande­rung von unserer Lodge aus durch den auf dem Plateau des Water­bergs gelegenen National­park. Abendessen in der Lodge.

16.10.26

Waterberg - Windhoek (F, A)

Morgens besuchen wir den kleinen am Fuß des Water­bergs gele­genen Sol­da­ten­fried­hof, auf dem gefallene Soldaten der deutschen Schutz­truppe liegen. Inzwischen erinnert eine Gedenk­stele auch an die getöte­ten Ova­herero. Hier erfahren wir mehr über den Ver­lauf der "Schlacht am Water­berg", mit der der Genozid seinen Anfang nahm. Unsere nächste Station ist die AfriCat Foundation in Okonjima, die sich dem Schutz von Geparden widmet. Bei einer Rund­fahrt in Jeeps durch das Gelände sehen wir einige der Groß­katzen auch aus der Nähe. Weiter geht es nach Oka­handja, traditio­nelles Zentrum der Ova­herero. Wir besuchen die Gräber der wichtigsten Oveherero-Chiefs. Von Oka­handja fahren wir schließlich wieder zum Aus­gangs­punkt unserer Tour, in die Haupt­stadt Wind­hoek, wo uns ein Abschiedsessen erwartet.

17.10.26

Windhoek (F)

Vormittags haben wir noch etwas freie Zeit in Windhoek. Wir können sie nutzen, um das Namibia Craft Center zu besuchen, in dem lokale Künstler:innen und Kunsthandwerker:innen ihre Arbeiten anbieten. Oder wir streifen noch einmal durch die Straßen der Hauptstadt. Nachmittags fahren wir dann zum Flughafen.

18.10.26

Rückflug nach München

Am frühen Morgen landen wir in München, wo unsere Reise endet.

Zebras
Im Etosha-Nationalpark, Namibia

Reisepreis

Reisepreis
pro Person in Euro

Doppelzimmer:  5.300,-€

Einzelzimmer-Zuschlag:  500,-€

Reisebedingungen

Mindestteilnehmendenzahl: 20

Diese Reise ist für Teilnehmende mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet!

Unterrichtung des Reisenden bei einer Pauschalreise nach §651a BGB

Bei der Ihnen angebotenen Kombination von Reiseleistungen handelt es sich um eine Pauschalreise im Sinne der Richtlinie (EU) 2015/2302.

Daher können Sie alle EU-Rechte in Anspruch nehmen, die für Pauschalreisen gelten. Das Weiterbildungszentrum Ingelheim gGmbH trägt die volle Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der gesamten Pauschalreise.

Zudem verfügt das Weiterbildungszentrum Ingelheim gGmbH über die gesetzlich vorgeschriebene Absicherung für die Rückzahlung Ihrer Zahlungen und, falls der Transport in der Pauschalreise inbegriffen ist, zur Sicherstellung Ihrer Rückbeförderung im Fall seiner Insolvenz.

Leistungen

Inklusive

- Direktflug mit Lufthansa ab/bis München
- Rundreise im klimatisierten, landesüblichen Reisebus wie beschrieben
- Übernachtung in Hotels oder Lodges
- Mahlzeiten laut Reiseverlauf (F=Frühstück, A=Abendessen)
- Akademische Reiseleitung der FNA
- lokaler deutschsprachiger Driver/Guide
- Besichtigungen, Eintritte, Gesprächsbesuche und Ausflüge wie angegeben
- Klimaausgleich des Fluges mit MyClimate

Nicht inbegriffen

- Rail & Fly-Ticket oder Zubringerflug Frankfurt - München - Frankfurt nach Verfügbarkeit
- Trinkgelder
- Reisenebenkosten für Getränke, nicht inkludierte Mahlzeiten und sonstige Verpflegung
- Reiserücktritts-Versicherung
- Visagebühren z.Zt. 80€ p.P.
- Spenden für soziale Projekte

Unsere Reisebedingungen

PDF-Download (412,98 KB)

Ihre Rechte nach der Richtlinie der (EU) 2015/2302

PDF-Download (91,63 KB)

Nehmen Sie Kontakt auf

Angela Cardozo, B.A.
Angela Cardozo, B.A.

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Organisation Studienreisen

Tel: (06132) 79003-30

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