Lehrkräfte-Verzeichnis

In dieser Übersicht haben wir alle Lehrkräfte der Musikschule für Sie zusammengestellt.

Birgit Thomas

Lehrkraft für Gesang

Birgit Thomas

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren eigenen Instrumental- oder Gesangsunterricht?

Ich habe sehr schöne und weniger schöne Erinnerungen.

Meinen ersten Gesangsunterricht erhielt ich während meiner Oberstufenzeit in Koblenz bei Christo Bajew, einem älteren Opernsänger. Er war ein einfühlsamer und intuitiver Lehrer. Mit Tochter Steffa am Klavier konzertierte er als hiesiger Lokalmatador mit seinen Schüler:innen auf allen Bühnen und Turnhallen der Gegend. Hier lernte ich erstmalig Eliza Doolittle aus „My Fair Lady“ kennen. Mit dieser Partie habe ich nach dem Opernschulstudium an der Musikschule Heidelberg/Mannheim, als jüngste Eliza Deutschlands im Theater Baden-Baden debütiert. In der Summe hatte ich 10 Lehrer, einige wirkliche Pädagogen, andere grenzwertig gefährlich für einen jungen Sänger.

Welche Musik spielen / singen Sie selbst am liebsten?

Ich mag Vieles aus allen Genres, hauptsache es berührt mich.

Meine musikalischen Vorlieben sind breit gefächert. Als Teenager war und bin es heute noch Fan von Genesis, Santana, Jethro Thull, Crosby, Stills Nash and Young und viele mehr.

In Studium hatte ich das Glück am Staatstheater Mannheim, immer wieder kleine Rollen singen zu dürfen. Hier sind mir die großen Mozart und Wagner Produktionen in Erinnerung mit fantastischen Sänger:innen.

In meiner Studienzeit kamen auch die ersten deutschsprachigen Musicals wie Cats, Starlightexpress, Wicked...nach Deutschland, die ebenfalls Teil meiner Ausbildung waren. Später als Opernsängerin sind mir viele Produktionen in denen ich mitgesungen habe ans Herz gewachsen, u.a. La Boheme, Der Freischütz, La Cenerentola, Don Giovanni und natürlich auch Operetten, besonders die von Jaques Offenbach.

Seit ich selber unterrichte freue ich mich über alles was meine Schüler:innen in den Unterricht mitbringen, es gibt so viel tolle Musik.

Was ist Ihnen in Ihrem eigenen Unterricht mit Schüler:innen besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass meine Schüler:innen mit fundierter Technik ihre eigene Stimme entdecken.

Wenn Schüler:innen Gesangsunterricht nehmen möchten, haben sie meistens ganz konkrete Wünsche wie z.B. Stimmbildung für den Chorgesang, den Wunsch nach mehr Stimme und damit lauter singen zu können, oder ein reales Problem wie Heiserkeit. All diese Unterrichtserwartungen brauchen eine gesunde und fundierte Gesangstechnik, unabhängig vom Genre der Literatur, diese bietet die klassische Belcanto Technik, bestehend aus Atemtechnik und Körperbewusstheit. Das klingt komplizierter als es ist. Singen ist tönendes Ausatmen :-)))))

Wichtig ist natürlich die richtige Literatur zum richtigen Zeitpunkt, jede Stilrichtung hat dann noch spezifische stimmliche Anforderungen, z.B. Distorsions wie Belt, Grand, Sob ....

Jede/r Schüler:in hat bestimmte Songwünsche, diesem Bedürfnis nachzukommen ist mir sehr wichtig und in der Regel machbar, evtl. müssen wir die Tonhöhe ein bisschen anpassen, Phrasen umgestalten, damit am Ende etwas Eigenes entsteht, nicht nur Karaoke singen.

Welche Stilrichtungen können Schüler:innen in Ihrem Unterricht erlernen?

Ich unterrichte alle Stilarten, von Klassik über Jazz bis hin zum Pop. Wie gesagt, die Stilrichtung ist nicht das erst entschiedenen, sondern die Gesangstechnik. Ich erlebe sehr oft, dass vor lauter Effekt singen wie z. B. mit der z.Z. alles bestimmenden Twang, das eigentliche Singen erschwert , geradezu unmöglich wird, weil die Stimme extrem belastet ist. Der Schüler mein immer etwas „machen“ zu müssen, statt einfach los zu singen und zu spüren wie fühlt sich das an ...

Evtl. ist ein Song etwas zu hoch/zu tief, sodass der Kehlkopf nicht mehr frei schwingen kann und der Kiefer völlig verkrampft ist. Hier lernen meine Schüler: Nur eine gesunde Stimme mit bewusster technischer Führung bietet die Basis für Sounds und Effekte.

Wie kann man sich eine typische Unterrichtsstunde bei Ihnen vorstellen?

Begrüßung, Einsingen, Songarbeit, am Ende der Stunde kleine Vortragssituation. Zu Beginn erzählen wir ein bisschen wie die Woche war, was es neues in der Schule gibt .. Dann Körperarbeit mit dehnen und strecken, dann Artikulations- und Atemübungen..

Es folgen Gesangsübungen zum Aufwärmen der Stimme, dann gehts los mit der Literatur und die damit weiterführende Ausarbeitung und Interpretation. Am Ende der Stunde kommt in der Regel der nächste Schüler 5 Minuten früher und der gearbeitete Song wird nochmal vorgesungen.

Ab welchem Alter können Schüler:innen bei Ihnen mit dem Unterricht beginnen?

Von ca. 13 - 99 Jahren :-)))

Für den Einzelunterricht sollten Jungen wie Mädchen aus dem Stimmbruch heraus sein. Ja, auch Mädchen haben eine Stimmbruch, allerdings nicht so dramatisch wie Jungs. Hier zeigt sich eine starke Behauchtheit, Brüchigkeit sowie Unsicherheit in der Tonführung. Wenn Schüler:innen jünger sind empfehle ich zunächst das „Soziale Singen“ im Chor.

Auch für die reiferen Altersgruppen gilt: man kann in jedem Alter seine Singstimme weiter ausbilden und damit gesund erhalten.

Was bedeutet Ihnen Musik? Warum sind Sie Musiker:in und Musikpädagog:in geworden?

Singen ist tönendes Ausatmen, ganz natürlich, das kann jeder.

Als Kind liebte ich es mit meiner Mutter und Schwester zu singen, oder in der Kirche im Jugendchor. Später in meiner Ausbildung und am Theater war das Singen natürlich leistungsorientiert, was oft sehr belastend war und weit weg vom unbekümmerten Singen. Der für mich so wichtige Merksatz „Singen ist tönendes Ausatmen“ bedeutet zunächst dem ganz normalen lustvollen kindlichen Singen Raum zu geben. Weg von Leistung , weg von Konkurrenz hin zum intuitiven Singen.

Mein großes Anliegen liegt darin, dass Schüler:innen ihre eigene Stimme entdecken und mit fundierter Technik alles ausprobieren können; dass sie nicht angewiesen sind auf Kritik von außen, dass sie nicht nur kopieren, sondern in jedem Song das Eigene finden. Deshalb habe ich nach meiner Theaterzeit beim BDG Bund Deutscher Gesangspädagogen das „Gesangspädagogische Zertifikat“ (GPZ) erlangt.

Haben Sie musikalische Vorbilder oder gibt es Musikerpersönlichkeiten, die Sie besonders geprägt und inspiriert haben?

Es gibt so viele fantastische Werke und Musiker/innen die mich beeindruckt und beeinflusst haben.

Hier nur einige Beispiele: von Avicii über Michael Jackson bis hin zu ZZTop von Audra McDonald über Luciano Pavarotti, bis hin zu Zubin Metha, „Ariadne auf Naxos“ über „Gianni Schicci“ bis hin zur „Zauberflöte“ von „Die Adams Family“ über „Frozen“ bis hin zu „Wicked“

Unterrichtsfächer von Birgit Thomas

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