Lehrkräfte-Verzeichnis

In dieser Übersicht haben wir alle Lehrkräfte der Musikschule für Sie zusammengestellt.

Katalin Szigeti

Lehrkraft für Geige

Katalin Szigeti

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren eigenen Instrumental- oder Gesangsunterricht?

Ich habe mit 7 Jahren angefangen, Geige zu spielen. Mich hat es bei der ersten Begegnung mit dem Instrument schon sehr fasziniert, wie schön eine Geige klingt. Ich erinnere mich gerne an die Workshops und Musikfreizeiten und wie toll es war, mit anderen Kindern zusammen zu musizieren. Im Rückblick bin ich sehr dankbar, dass ich im ungarischen Musikschulsystem mit der Methodik nach Kodály aufgewachsen bin, das genau daraufhin ausgerichtet ist - besonders das gemeinsame Erleben von Musik hat mich sehr geprägt und begeistert mich bis heute.

Welche Musik spielen / singen Sie selbst am liebsten?

Meistens spiele ich klassische Musik oder oft auch authentische ungarische Volksmusik. Alle Arten von Kammermusik machen mir viel Spaß, genauso wie das Spielen im Orchester.

Was ist Ihnen in Ihrem eigenen Unterricht mit Schüler:innen besonders wichtig?

Mir ist es sehr wichtig, dass meine Schüler:innen Freude am Musizieren haben. Um die persönlichen musikalischen Fähigkeiten meiner Schüler:innen zu fördern, finde ich die individuelle Zuwendung essenziell. Geduld, die Förderung von Ausdauer und von Konzentration spielen dabei eine wichtige Rolle. In meinem Unterricht arbeiten wir stets an Aufmerksamkeit, an Selbstdisziplin, an Hörvernehmen sowie an der Entwicklung des Gedächtnisses. Ebenso möchte ich die Kreativität der Schüler:innen entfalten und beflügeln. Es ist wichtig, dass die Schüler.innen mit einem Erfolgserlebnis aus meinem Unterricht rausgehen können und nach jeder Stunde erkennen können, was sie gelernt haben. Dies geschieht durch die Erarbeitung der gemeinsam gesetzten Ziele von Stunde zur Stunde.

Auch Konzerte, Wettbewerbe oder Workshops wecken die Motivation für längeratmige Arbeitsphasen.

Welche Stilrichtungen können Schüler:innen in Ihrem Unterricht erlernen?

Meine Schüler:innen fangen nach der Suzuki Methode meistens noch im Vorschulalter an, spielerisch Geige zu lernen. Das Ziel und die beste Grundlage ist es, den Schüler:innen eine "klassische Ausbildung" technisch, stilistisch und musikalisch zu geben. Individuelle Ziele und eigenes Lerntempo werden beachtet, dafür fließen neben der Suzuki Methode aber auch Elemente anderer Methoden und Violinschulen ein, wie z.B. die Ungarische Methode, die Havas Methode, Color Strings und verschiedene Deutsche Violinschulen. Bei jedem Kind werden die eigenen persönlichen Fähigkeiten berücksichtigt und individuell ausgebaut – dafür stehen mir zusätzlich noch die Auer-, Rolland- und Russische Methode zur Verfügung.

Wie kann man sich eine typische Unterrichtsstunde bei Ihnen vorstellen?

Es gibt nicht die EINE typische Unterrichtsstunde. Die Herangehensweise ist immer abhängig vom aktuellen Schwerpunkt, ob wir uns also gerade auf die Technik konzentrieren oder ein Konzert oder Wettbewerb vorbereitet wird, ob der Fokus auf dem Solo- oder Ensemble-Spiel liegt.

Generell lässt sich aber sagen: da ich nach der Suzuki Methode unterrichte, gibt es neben der wöchentlichen Einzelunterrichtstunde auch eine wöchentliche Gruppenstunde, bei der es meist heiter und dennoch konzentriert zugeht. Dies fördert und motiviert die Kinder vom Anfang an, im Ensemble miteinander zu musizieren. In jeder Stunde wird eine klare Zielsetzung verfolgt und Hausaufgaben werden konkret besprochen und formuliert. Natürlich wird auch regelmäßig der Fortschritt zurückgemeldet, um die Motivation und den Schwung des Lernprozesses zu sichern. Der Spaß darf dabei auch nicht fehlen.

Ab welchem Alter können Schüler:innen bei Ihnen mit dem Unterricht beginnen?

Die Schüler:innen könnten schon ab dem vierten Lebensjahr beginnen. In diesem jungen Alter brauche ich noch sehr die Unterstützung und das Mitwirken der Eltern. Daher erhalten die Eltern am Anfang die ersten Geigenstunden selbst, ohne ihre Kinder. So klären wir die wesentlichen Grundlagen und sichern die ersten Schritte gemeinsam. Das tägliche Üben zu Hause kann nur durch das familiäre Umfeld gefördert und integriert werden.

Was bedeutet Ihnen Musik? Warum sind Sie Musiker:in und Musikpädagog:in geworden?

Bevor ich auf die Welt kam, schon im Mutterleib, hat meine Mutter sehr viel für mich gesungen. Musik war für mich immer eine selbstverständige und unerlässliche Sprache, wodurch ich mich am natürlichsten und am liebsten ausdrücke. Ich kann mir mein Leben ohne Musik gar nicht vorstellen. Als ich angefangen habe, Geige spielen zu lernen, wollte ich nichts anderes als Geigerin und Musiklehrerin zu werden, um den großen Schatz, den ich für mich entdeckt hatte, weiterzugeben.

Haben Sie musikalische Vorbilder oder gibt es Musikerpersönlichkeiten, die Sie besonders geprägt und inspiriert haben?

Ich bin sehr dankbar, dass ich oft in meinem Leben die Möglichkeit hatte, ausgezeichnete Musiker:innen, Lehrer:innen, Pädagog:innen kennenzulernen, durch Konzerte, zahlreiche Kurse, in Workshops und während meines Studiums. Es gibt einige Violonist:innen, die mich begeistern, etwa Isabelle Faust oder David Ojstrach. Besonders dankbar bin ich den zwei ungarischen Zeitgenossen, Katalin Sebestyén und Prof. Dénes Zsigmondy, die mir wegweisend zeigten, wie ich Lehrerin und Musikerin aus meinem ganzen Herzen sein kann.

Welche Fragen hätten Sie sonst noch beantwortet? Was möchten Sie Ihren Schüler:innen mitgeben?

Neben meinem Anspruch auf Qualität der musikalischen Ausbildung gehört für mich ein ganzheitlicher Aspekt dazu. Meine Arbeit bedeutet für mich mehr als nur die Vermittlung der Musik, es geht auch um Persönlichkeitsentwicklung. Ich begleite die Kinder oft durch ihre ganze Kindheit und Jugend und werde so häufig zu einer wichtigen Bezugsperson. Den Kindern möchte ich Stabilität geben, sie anleiten, sich auf das Wunder der Musik einzulassen und sie für die musikalische Welt sensibilisieren. Ich möchte ihnen helfen, ihre Sprache der Musik zu finden, durch die sie sich ausdrücken können.

Unterrichtsfächer von Katalin Szigeti

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