Fachkraft für KI-Anwendungen
Interview mit den Dozenten Thomas Landini und Florian Süß.
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant
Mit der neuen Weiterbildung „Fachkraft für KI-Anwendungen“ bietet das WBZ Ingelheim ein praxisnahes Format für alle, die den Anschluss nicht verpassen wollen. Wir haben mit den Dozenten Florian Süß und Thomas Landini über Inhalte, Ziele und Perspektiven gesprochen.
Herr Süß, Herr Landini, ...
... wie ist die Idee zu dieser Weiterbildung entstanden?
Florian Süß: Die Nachfrage nach KI-Kompetenzen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Viele Menschen merken, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Das gilt insbesondere für Berufseinsteiger:innen, von denen zunehmend KI-Kompetenzen gefordert werden, die aber bislang kaum Möglichkeiten haben, diese auch zu erwerben.
Thomas Landini: KI ist gekommen, um zu bleiben, das wird den meisten Menschen nach und nach bewusst. Was aber vielen noch fehlt ist das Verständnis dafür, wie KI ihre Lebens- und Arbeitswelt verändern wird. Wir setzen der „Angst vor dem Unbekannten“ diese Weiterbildung entgegen.
Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für ein solches Angebot?
Landini: KI ist in seiner Dynamik schneller und z.T. aus disruptiver als alles, was die Menschheit zuvor entwickelt haben. Jetzt können wir noch mitgestalten, statt später nur hinterher zu rennen.
Süß: KI entwickelt sich so schnell, dass der richtige Zeitpunkt, um sich fortzubilden, eigentlich immer „jetzt“ ist. Gleichzeitig muss man sich aber keine Sorgen machen, dass man den Einstieg bereits verpasst haben könnte: wir erklären den aktuellen Stand und die aktuellen Tools stets so, dass alle Teilnehmenden mitkommen.
Was erwartet die Teilnehmenden in der Weiterbildung?
Süß: Die Weiterbildung ist in fünf Module gegliedert, die aufeinander aufbauen. Wir starten mit Grundlagen, also: Was ist KI überhaupt und wie funktioniert sie, in welchen Bereichen ist KI bereits gut einsetzbar und an welchen Aufgaben scheitert sie (noch)?
Landini: Danach geht es schnell in die Anwendung. Themen sind zum Beispiel der Einsatz von KI-Tools, Assistenten und Agenten. Praxisnahes erfahren und ausprobieren wie Automatisierung von Prozessen oder wie KI-Workflows die Unternehmen und die Mitarbeitenden unterstützen.
Wie praxisnah ist das Angebot gestaltet?
Landini: Sehr praxisnah. Frei nach John Dewey „Learning by doing“ Uns ist wichtig, dass die Teilnehmenden direkt ins Tun kommen.
Süß: KI ist ein Werkzeug. Und die Bedienung dieses Werkzeugs lernt man nicht, indem man sich nur auf einer theoretischen Ebene anschaut, was damit gehen könnte, sondern indem man praktisch damit arbeitet. Deshalb arbeiten wir mit konkreten Anwendungsbeispielen und Tools, die auch im Berufsalltag genutzt werden.
Ein zentrales Element ist ein eigenes Projekt. Wie läuft das ab?
Süß: Die Teilnehmenden entwickeln im Laufe der Weiterbildung ein eigenes Praxisprojekt mit KI-Bezug – idealerweise aus ihrem beruflichen Kontext. So können direkt Das erworbene Wissen und die Tools mit einem praktischen Anwendungsfall zusammengebracht und erprobt werden.
Landini: Es geht um intrinsische Motivation und eine Win-Win Situation für den Kursteilnehmer:in und das (potenziell zukünftige) Unternehmen. Am Ende steht eine Zertifizierung, die valide das Können der „Fachkraft für KI“ dokumentiert.,
Für wen ist die Weiterbildung besonders geeignet?
Landini: Für alle, die KI nicht werten, sondern sinnvoll und nachhaltig nutzen wollen – egal ob im Unternehmen oder in der Ausbildung. KI ist keine Modeerscheinung. Wer sich damit auskennt, wird in den folgenden Jahren einen echten Vorsprung haben.
Süß: Besonders profitieren Menschen, die ihre Arbeit effizienter gestalten möchten oder neue Aufgabenfelder erschließen wollen, die sich aber auch ihrer Verantwortung bewusst sind. Denn mit KI als neues Werkzeug in unserem beruflichen Werkzeugkasten haben wir Möglichkeiten, die vor einigen Jahren noch völlig undenkbar waren. Gleichzeitig birgt der Einsatz dieses Werkzeugs aber auch Risiken, um die man wissen muss.
Was fasziniert Sie persönlich am Thema Künstliche Intelligenz?
Landini: Mich begeistert die Geschwindigkeit der Entwicklung, das Ausloten von Chancen und Risiken – und ein Verständnis für die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
Süß: Die Geschwindigkeit der Entwicklungen einerseits, aber die Diskrepanz zwischen Aufgabenfeldern, die KI hervorragend bewältigen kann und Aufgaben, bei denen KI (noch) grandios scheitert, andererseits. Es gibt einen schönen Satz, der diese Entwicklung ganz gut zusammenfasst: „KI wird nie wieder so schlecht sein wie heute“.
Ihr Blick in die Zukunft: Wie wird KI unsere Arbeitswelt verändern?
Süß: Viele Prozesse werden automatisiert werden – das ist sicher. Wir Menschen müssen entscheiden: was davon wollen wir? Wie gehen wir damit um? Denn bei allem technologischen Fortschritt sind immer noch wir Menschen diejenigen, denen diese Entscheidung obliegt.
Landini: Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben und Berufsfelder. Wer KI richtig anzuwenden versteht, wird diese Veränderungen aktiv mitgestalten können.
Zum Abschluss: KI in einem Satz – was sollten alle darüber wissen?
Süß: KI ist ein Werkzeug – entscheidend ist, wie wir es nutzen.
Landini: Und: Es braucht (noch immer) Menschen, die die KI steuern. KI ersetzt (noch)
nicht das, was wir „den gesunden Menschenverstand“ nennen.
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