fna / 09.04.2021

Praktikum während Corona? Praktikantin Doro im Selbstgespräch

Foto Doro Digitales Praktikum News

Hi Doro!

Ich bin Doro, studiere an der Universität Heidelberg im Master Politik­wissenschaft und Germanistik und habe zwischen Januar und März ein Praktikum bei der Fridtjof-Nansen-Akademie im WBZ Ingelheim gemacht, um einen Einblick in die außer­schulische politische Bildungs­arbeit zu bekommen. Ja, zwischen Januar und März 2021, während des Lock­downs. Wohl gemerkt: vollständig digital!

Wie hast du als Praktikantin im Homeoffice gearbeitet?

Ich habe komplett von meinem Laptop aus gearbeitet: Be­sprechungen liefen über Zoom, es gab einen regen Mail­verkehr und wir haben wir uns telefonisch kurz­geschlossen. Um etwas Ab­wechslung in meinen Praktikums­alltag (und meinen Zoom-Hintergrund) zu bringen, habe ich meinen Arbeits­platz immer wieder zwischen meinem Schreib­tisch und meinem Ess­tisch gewechselt. Den Unter­schied zum „normalen“ Arbeiten im Büro machen vor allem die Zoom-Konferenzen und, dass ich das Team bisher auch nur darüber kenne. Außerdem ergab sich meinem Eindruck nach nicht so leicht ein spontanes Gespräch oder ein Arbeits­auftrag, weil man sich vielleicht gerade auf dem Flur getroffen hatte. Es erforderte statt­dessen von Seiten des Teams, mich mitzudenken, auch wenn ich physisch nicht sichtbar war. Und von mir im Gegen­zug genauso, mich aktiv um Aufgaben und Gelegen­heiten, einen Einblick in die unter­schiedlichen Bereiche zu bekommen, zu bemühen. 

Fühltest du dich während deines Praktikums allein gelassen?

Als ich im Home­office ins Praktikum gestartet bin, habe ich mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt und immer wieder gemerkt, dass sich meine Kolleg:innen reinhängen, um mich einzubinden. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass es ihnen wichtig ist, dass das Praktikum einen Mehr­wert für mich hat. Das habe ich zum Beispiel auch daran gemerkt, dass ich bei der Durch­führung von Online-Veranstaltungen immer auch eine aktive Rolle zugewiesen bekommen habe. So konnte ich beispiels­weise beim digitalen Erstwähler:innenforum eine Moderationsrolle übernehmen und habe dadurch auch praktische Erfahrungen ge­sammelt. Auch wenn diese anders aussahen, als ich mir das vielleicht zuvor vor­gestellt hatte.                                         

Lediglich als ich bis wenige Tage vor Beginn des Praktikums nicht wusste, ob das Praktikum in Präsenz statt­finden könnte oder (erstmal) von zu Hause aus, habe ich mich etwas allein gelassen gefühlt. Allerdings lag das vor allem daran, dass das eben von der aktuellen Corona-Verordnung abhing, die erst so kurz­fristig feststand. Letztendlich habe ich mich auch erst im Februar davon verabschiedet, noch in Ingel­heim vor Ort zu arbeiten. Bis dahin bestand noch etwas (naive) Hoffnung bei mir.

Würdest du ein Praktikum in Zeiten von Corona empfehlen?

Das würde ich definitiv. Ich denke, dass ich trotz der vielleicht eher wenigen praktischen Er­fahrungen einen recht um­fassenden Einblick in die verschiedenen Bereiche und Aspekte von politischer Bildungsarbeit bekommen habe. Denn auch wenn gerade nicht alles „normal“ läuft, wird ja für die Zeit danach fleißig vorbereitet und durch die digitalen Angebote habe ich umso mehr über digitale Tools gelernt und darüber, wie man gute Online-Veranstaltungen gestaltet.          

Im Dezember hatte ich noch Zweifel, ob ich das Praktikum auch im Homeoffice machen wollen würde. Doch im Nach­hinein bin ich sehr froh, mich dafür entschieden zu haben. Klar würde ich ein Praktikum vor Ort nach wie vor bevorzugen, aber ich denke auch, dass es trotz der Pandemie wichtig ist, die Möglichkeiten, die es gibt, zu nutzen.

Ich hatte wirklich Glück auf ein so tolles, engagiertes Team zu treffen, das nicht davor zurückgeschreckt ist, mir diese neue Art des Praktikums zu ermöglichen. Jetzt freue ich mich einfach sehr darauf, irgendwann alle auch in echt kennenzulernen und nicht nur über den Bildschirm!

Danke dir Doro!

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